+
"Der Vorname" ist auch mehrfach verfilmt worden.

Wie soll das Kind heißen?

  • schließen

Gießen (dkl). Am Samstag steht wieder eine spannende Premiere im Stadttheater an. Eine im Ursprung französische Gesellschaftskomödie, deren Uraufführung 2010 so erfolgreich war, dass sie schon zwei Jahre später verfilmt wurde. 2018 folgte die deutsche Kinoadaption, unter anderem mit Christoph Maria Herbst in einer Hauptrolle, die das Thema auf hiesige Verhältnisse ummünzte. Genau das hat jetzt Regisseurin Cathérine Miville mit ihrem Team auch mit dem Theaterstück "Der Vorname" getan.

Worum geht es? Fünf Menschen, die sich seit Kindheitstagen kennen, kommen zum Abendessen zusammen. Eine der Frauen ist schwanger und natürlich taucht die Frage auf, wie das Kind heißen soll. Der Vater provoziert gern und benennt als Vornamen Adolf. Die Empörung ist groß, es wird heftig argumentiert und gestritten. Da es eine französische Gesellschaftskomödie ist, sind Charme und Wortwitz garantiert. Da es in Gießen auf einer Stadttheaterbühne aufgeführt wird, geht das Team mit der gebotenen Ernsthaftigkeit an das Thema heran. Ohne Humor und Spielfreude zu verlieren, betont die Regisseurin.

Was ist politisch korrekt?

Der Darsteller des Provokateurs Vincent, Tom Wild, erzählt sehr anschaulich, welche Freude das Miteinanderarbeiten macht. Denn auch das Schauspielteam kennt sich schon lange: Anne-Elise Minetti, Carolin Weber, Lukas Goldbach und Roman Kurtz sind noch dabei. "Wir haben einen gewissen Freiraum, in dem wir auch mal mit anderem Tempo spielen können, was ausprobieren können. Und die anderen reagieren darauf." Das heißt, auch die künftigen Aufführungen von "Der Vorname" können sich in Nuancen unterscheiden.

Miville sieht das Stück in einer Reihe mit den anderen Gesellschaftskomödien, die in den vergangenen Spielzeiten mit Erfolg auf die Stadttheaterbühne umgesetzt wurden ("Frau Müller muss weg"). "Die Inhalte betreffen einen großen Teil der Bürgerschaft. Immer geht es im Kern um die Frage: Was ist politisch korrekt? In den letzten Jahren hat sich so vieles verändert, dass wohl jeder sich der Frage stellen muss: Was ist richtig, was ist falsch? Wir sind quasi ständig dabei uns neu zu sortieren." So geht es den Personen im Stück "Der Vorname" auch. Darum ist es brandaktuell.

Premiere ist am Samstag, 12. Oktober, um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare