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Solargenossenschaft für Allendorf?

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Von: Kays Al-Khanak

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Da ist noch Platz: Auf Allendorfs Dächern und Freiflächen sollen in naher Zukunft mehr Solarflächen entstehen. FOTO: SCHEPP © Oliver Schepp

Die Allendorfer SPD will auf Freiflächen, auf Überdachungen oder Gebäuden im Gießener Stadtteil mehr Fotovoltaikanlagen ermöglichen. Um möglichst viele Bürger zu beteiligen, könnte zusammen mit den Stadtwerken eine Genossenschaft ins Leben gerufen werden, schlägt die Partei vor. Ein Vorbild findet sich im Landkreis.

Oft ist davon die Rede, dass der ländliche Raum abgehängt ist. Das stimmt nur teilweise. Denn manchmal kann der ländliche Raum auch Vorreiter sein. So wie zum Beispiel in Buseck oder Staufenberg, wo die Bürgersolargenossenschaft Sonnenland gemeinsam mit diversen Kommunen und Bürgern als Beteiligte erfolgreich Solarparks betreibt. Die SPD könnte sich vorstellen, dass eine solche Genossenschaft in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken (SWG) gegründet werden kann, um den Ausbau mit Fotovoltaikanlagen zu beschleunigen. Die sollen künftig in der Allendorfer Gemarkung auf ungenutzten Freiflächen, als Überdachung versiegelter Parkplätze oder auf öffentlichen oder privaten Gebäuden errichtet werden. Dies geht aus einem Antrag hervor, den die Sozialdemokraten in der nächsten Ortsbeiratssitzung nächsten Monat einbringen wollen.

Der Vorschlag der SPD reiht sich ein in eine ganze Reihe von Initiativen zum Ausbau erneuerbarer Energie im Gießener Stadtteil. So hatten die Stadthallen GmbH und die SWG auf der Sport- und Kulturhalle eine vergleichsweise große Solaranlage installiert. In der jüngsten Ortsbeiratssitzung regte die SPD außerdem an, dies auch auf anderen öffentliche Gebäude, die nicht unter Denkmalschutz stehen, auszuweiten. Nun unterstreicht die SPD, dass auch Privatpersonen die Möglichkeit haben sollten, zur Energiewende beizutragen. Nur verfüge nicht jeder über geeignete Dachflächen. Abhilfe schaffen könnte laut SPD eine Bürgersolargenossenschaft.

Vorbild ist die Sonnenland eG in Buseck, die 2010 genau diesen Schritt gegangen ist. Wenn Hausbesitzer ihr Dach zu Verfügung stellen, um dort eine Fotovoltaikanlage zu installieren, erhalten sie als Gegenleistung eine Pacht. Wer keine eigene Dachfläche besitzt, kann sich an anderen Fotovoltaikanlagen der Genossenschaft beteiligen. Die Sonnenland eG verfügt außerdem über mehrere Solarparks - zum Beispiel am Buchenberg in Staufenberger Stadtteil Daubringen. Bürgermeister Peter Gefeller hat diese Anlage wiederholt als Erfolgsgeschichte bezeichnet. Der Gewinn der Genossenschaft wird auf ihre Mitglieder im Verhältnis ihrer Beteiligung aufgeteilt. Wie der Allendorfer SPD-Fraktionsvorsitzende Tobias Blöcher betont, seien alle Genossenschaftler »Mitunternehmer«, teilten das unternehmerische Risiko und den unternehmerischen Erfolg. Sie hätten aber auch Mitspracherecht: Die Stimme eines Genossenschaftlers beispielsweise bei der Wahl des Aufsichtsrats zähle unabhängig von der Höhe der Beteiligung. Dieser Aufsichtsrat stelle bestelle Mitglieder der Genossenschaft zum Vorstand, der wiederum sämtliche unternehmerische Tätigkeiten abwickelt.

Die SWG sollen den Ortsbeirat beraten, ob die Gründung einer Genossenschaft möglich ist - und wie diese auch »zeitnah« umgesetzt werden kann, sagt Blöcher. Die Initiative könne auch auf weitere Stadtteile ausgedehnt werden.

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