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Zum 125-jährigen Jubiläum erhält die Feuerwehr Kleinlinden ein neues Logo. FOTO: RC

"Das sind Profis"

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Gießen-Kleinlinden(rc). "Ich hoffe, wir sehen uns nie bei uns zu Hause", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun beim Kommersabend zum 125. Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Kleinlinden im örtlichen Bürgerhaus. Stattdessen lud der Politiker, der selbst Mitglied des Vereins ist, das Organisationsteam der Veranstaltung zu einem Besuch in Berlin ein, um ihren Einsatz zu würdigen.

Durch die hohen Ansprüche, die an die Frauen und Männer im Einsatzdienst gestellt würden, sei die Aufgabe "weit mehr als ein Ehrenamt", verkündete er. Die Frage eines Amtskollegen aus Spanien, der überlegt habe, ob die Einsätze nicht so gefährlich seien, dass das Profis machen müssten, habe er daher bejaht. "Das sind Profis!", sagte Braun und betonte, dass ihn die Tendenz, dass Menschen, in Uniform angefeindet werden, schockiere. Die Politik habe Wichtiges getan und das Strafmaß bei Übergriffen hochgesetzt.

Tradition und Innovation

Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz äußerte in ihrem Grußwort Respekt für die Arbeit der Jugendfeuerwehr. Der Dienstplan für die Kinder und Jugendlichen, der Unterrichtseinheiten und Übungen mit Geocaching, Bowling oder Dorfrallyes miteinander kombiniere, zeuge von Kreativität und Vielfalt. Die Freiwillige Feuerwehr, die für den Stadtteil prägend sei, stehe gleichermaßen für Tradition wie für Innovation", lobte sie.

Als "beachtlich" bezeichnete die OB die 7300 Personenstunden der ehrenamtlichen Floriansjünger im Jahr 2018. Auch die Arbeit des über 350 Mitglieder zählenden Feuerwehrvereins, der Spenden für Übungen, für die Ausbildung oder für neue Bekleidung oder Gerätschaften akquiriert, hob sie positiv hervor.

Brandschutzdezernent Bürgermeister Peter Neidel berichtete, dass es heutzutage eine große Herausforderung sei, Zeit für die Feuerwehr abzuzweigen. Daher verdiene der Einsatz der 40 Ehrenämtler der Einsatzabteilung, die im Jahr 2018 insgesamt 132 Einsätze gefahren sei, seine "Hochachtung". Angesichts der vielen Fehlalarme müsse die Motivation noch höher eingeschätzt werden. Neben der Einsatzabteilung schrieb Neidel auch dem Förderverein und der Jugendarbeit, die er als "Sozialarbeit" bezeichnete, eine wichtige Funktion zu.

Auch bei Greilichs im Keller im Einsatz

Ortsvorsteher Dr. Klaus-Dieter Greilich berichtete, dass er aufgrund von Hochwasser in seinem Keller schon Besuch von den örtlichen Blauröcken gehabt habe und zeigte sich zufrieden mit deren Einsatz. "Das muss aber nicht zur Regel werden", scherzte er. Lob sprach er den Jugendfeuerwehrwarten Laura Hannich und Jonathan Lenz für ihr Engagement aus.

Frank Mathes, stellvertretender Amtsleiter vom Amt für Brand- und Bevölkerungsschutz, berichtete, dass die Kleinlindener Wehr eine der ältesten Feuerwehren im Kreis Gießen sei und bezeichnete "eine schlagkräftige Feuerwehr" als "beste Brandversicherung". Das gemeinnützige Engagement der Feuerwehr verdiene höchste Anerkennung und Wertschätzung durch die Gesellschaft. Stadtbrandinspektor Michael Fritze und Kreisbrandmeister Roland Kraus sprachen Grußworte.

Wehrführer Martin Hoffmann stellte die Einsatzaktivitäten und den Fuhrpark vor, während der stellvertretende Vorsitzende Bodo Lenz auf die Geschichte des Vereins einging und dabei auch das neue Logo vorstellte.

Für 40 Jahre Zugehörigkeit erhielt Christel Volk das goldene Ehrenzeichen des Bezirksfeuerwehrverbandes Hessen-Darmstadt. Ihr Mann Hans-Jürgen, der seit 60 Jahren Mitglied ist, trägt nun das Ehrenzeichen in Gold am Bande. Musikalisch umrahmt wurde der Festabend vom Männerchor "Arion".

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