Edip Basmaci hat derzeit viel zu tun: Er näht Masken. 
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Edip Basmaci hat derzeit viel zu tun: Er näht Masken. 

Maskenpflicht

Wo es in Gießen Mundschutz-Masken zu kaufen gibt

  • Christoph Hoffmann
    vonChristoph Hoffmann
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Ab Montag gilt in Hessen die Maskenpflicht. Die Nachfrage nach dem Mundschutz wird weiter steigen. In Gießen gibt es einige Orte, an denen Masken verkauft werden.

Edip Basmaci tritt in die Pedale. Und das ist wörtlich zu verstehen. Der 58-jährige Gießener sitzt an der Nähmaschine und lässt mit dem Fuß die Nadel auf- und niedersausen. Das macht er in seiner kleinen Änderungsschneiderei in der Walltorstraße schon seit 30 Jahren. Und trotzdem ist aktuell alles anders. "Ich komme mit der Arbeit kaum noch nach", sagt Basmaci. Denn der Gießener kürzt gerade keine Hosen oder Kleider, er näht Gesichtsmasken.

Masken in Gießen kaufen: Bereits 400 Masken verkauft

Ab Montag muss jeder Gießener, der Bus, Bahn oder ein Geschäft betritt, einen Mundschutz tragen. Die Entscheidungsträger erhoffen sich dadurch eine Eindämmung der Corona-Pandemie. Da die professionellen Masken mit Ventil nur schwer zu bekommen und teuer sind, nähen etliche Unternehmen, Vereine, Initiativen und Privatleute provisorische Stoffmasken, die zumindest etwas Schutz bieten, auch in Gießen (siehe Kasten).

Basmaci hat schon vor Wochen mit den Nähen der Masken angefangen. "Ich habe damals im Fernsehen einen Bericht über das Virus in China gesehen und mir schon gedacht, das wir in Europa auch bald Masken brauchen könnten." Also setzte sich der Gießener an die Nähmaschine und fing an.

Inzwischen hat er bereits über 400 Masken verkauft. 200 orderte zudem die Stadt, um den Schutz auf dem Wochenmarkt zusammen mit den Beschickern anzubieten.

Basmaci näht seine Masken aus Baumwollstoff und Gummibändern. "Sie sind wiederverwendbar und können bei 40 bis 60 Grad gewaschen werden", betont der Gießener. Während er erzählt, betritt eine Kundin den Laden. Sie möchte zwei schwarze Masken haben. "Es ist nur noch eine schwarze da. Kommen Sie übermorgen wieder", sagt Basmaci. Die Kundin bedankt sich freundlich und legt fünf Euro auf den Tisch.

Masken in Gießen kaufen: Material wird zur Mangelware

Basmaci näht Masken in allen Farben und Mustern. "Eigentlich sind die bunten am beliebtesten. Sie sollen fröhlich aussehen", sagt der Schneider. Lachend fügt er hinzu: "Manche sehen derzeit aber auch nur schwarz."

Seitdem bekannt geworden ist, dass am Montag eine Maskenpflicht eingeführt wird, ist die Nachfrage noch einmal gestiegen. Basmaci zeigt ein gequältes Lächeln: Klar, für das Geschäft sei das gut. Auf der anderen Seite hätte er aber gerne wieder ein bisschen mehr Ruhe. "Ich bin schließlich nicht mehr der Jüngste."

Trotzdem will er weiter nähen. Zumindest so lange es noch geht. Denn schon jetzt sei es schwer, an das Material zu kommen. Außerdem sei es teurer geworden. "Der Preis für die Gummis zum Beispiel", sagt Basmaci und hält eines der Bänder hoch, "hat sich verfünffacht."

Es gibt eben noch weitere Branchen, die von der Krise profitieren.

Service: Wo in Gießen Masken zu haben sind

Selbstgenähte Stoffmasken sind in Gießen unter anderem in folgenden Geschäften zu haben: Herrenmode Köhler (Seltersweg), Jeans Healer (Weidengasse), Nähwelt (Westanlage), Nonplusultra, Baby Groß (beide Neuenweg), I-Wear (Marktstraße), Rewe Kleinlinden sowie bei den Änderungsschneidereien Atmaca (Seltersweg), Jakobs (Bleichstraße), Bargello und Keko (beide Bahnhofstraße), Änderungsschneiderei Basmaci (Walltorstraße), M&K Handels GmbH (Katharinengasse), Atelier Ralf Burk (Ederstraße). Andere Schneidereien nähen auf Wunsch, ebenso wie einige Geschäfte, etwa Stoffe Werning. In Online-Shops bieten die Firma Gi-Plant sowie Beauty-ersinswerk Masken an. Ab 4. Mai soll Mund- und Nasenschutz mit Gießener Motiven bei der Tourist-Information (Schulstraße) erhältlich sein. Auf dem Wochenmarkt bietet der Feinkoststand Emioni Masken an. Die Preise liegen bei gewerblichen Anbietern etwa zwischen fünf und zwölf Euro pro Stück Günstigere Einmal-Masken gibt es unter anderem in Apotheken und Baumärkten. Die Bestände könnten schnell ausverkauft sein. Wir freuen uns über weitere Tipps per Mail an redaktion@giessener-allgemeine.de.

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