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Unter Schwarzlicht wird sichtbar, ob sich die Menschen im Seniorenzentrum Johannesstift die Hände richtig desinfizieren. Marie-Christin Baumgart vom Hygiene Service Management Wetterau gibt Tipps, worauf man achten soll. FOTOS: SEG

Infektionsschutz

Senioren in Gießen bekommen Handhygiene erklärt

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Infektionen sind besonders für ältere Menschen eine Gefahr. Im Johannesstift in Gießen wurde jetzt allen Beteiligten das richtige Desinfizieren der Hände gezeigt. .

Händewaschen ist ein wichtiger Teil der täglichen Hygiene. Besonders ältere Menschen profitieren davon, da so der Übertragung von Krankheiten vorgebeugt wird - nicht nur in Zeiten von Corona. Das Johannesstift Seniorenzentrum in Gießen hat gestern einen Hände-Hygienetag veranstaltet. Spielerisch wurde Bewohnern, Besuchern und Angestellten noch einmal gezeigt, wie das mit dem Hände-Desinfizieren richtig geht.

Einfach war das nicht. Marie-Christin Baumgart vom Hygiene Service Management Wetterau (HSM) hat sich Zeit genommen, allen Teilnehmern noch einmal zu zeigen, wo die schwierigen Stellen sind. Den Daumen solle man nicht vergessen, an die Fingernägel denken und ganz wichtig: "Mindestens 30 Sekunden einwirken lassen", erklärt Baumgart. Nur so lege sich ein Film über die Haut, der auch weiterhin schützt.

Trockene Verfahrensanleitungen zum Hände-Desinfizieren gebe es gerade viele, sagt Albert Rosado, der Pflegedienstleiter. "Aber so ein Event bleibt den Menschen stärker in den Köpfen." Susanne Kreuder, die Hygienebeauftragte des Hauses, fügt hinzu: "Das Ganze dient sowohl dem Selbstschutz der Menschen, aber auch für andere."

Flüssigkeit ist besser als Gel

Die Anwesenden konnten das Gelernte direkt ausprobieren. Baumgart hatte nämlich nicht nur einen Film zur Erklärung mitgebracht, sondern auch eine Box mit Schwarzlicht und fluoreszierendem Desinfektionsmittel. Wenn man sich die Hände desinfiziert habe, sehe man unter dem Schwarzlicht, welche Stellen man vergessen habe.

Eine Besucherin lacht: "Ich habe es jetzt schon drei Mal versucht, und es gibt immer noch Stellen, die ich nicht erwischt habe." Baumgart legte selbst Hand an, wenn es nicht so ganz klappen wollte und gab auch noch den ein oder anderen Tipp für Zuhause. "Das Gel, das viele benutzen, ist nicht so gut", erklärt sie. Das liege an der Konsistenz. Flüssigkeit verteile sich besser.

Bei Bewohnerin Henny Vaupel hat das Desinfizieren ganz gut geklappt. Sie scherzt: "Ich hab' immer saubere Hände."

Die Leiterin des Seniorenzentrums Christa Hofmann-Bremer erklärte, dass die Veranstaltung nicht extra wegen Corona geplant worden ist. Die habe schon seit längerem im Jahresplan gestanden. "Aber das passt jetzt natürlich gut", sagt sie. Man versuche ständig, Bewohner und Mitarbeiter für das Thema Hygiene zu sensibilisieren und weiterzubilden. "Wir bilden Menschen zum ›Hygiene-Multiplikator‹ aus. Die sollen das dann in ihren Arbeitsbereichen erklären und auf Probleme hinweisen", erklärt sie. Das sei für ein Seniorenzentrum wichtig. Die Veranstaltung sei nur ein Teil davon. "Man muss das in einem Betrieb in die Breite bekommen. Da bringt es nur wenig, einmal im Jahr eine Veranstaltung zu machen."

Kein Abendmahl wegen Corona

Von der Aufregung um Corona spüren sie nicht viel. Man habe trotzdem Vorsichtsmaßnahmen getroffen. "Besucher, die mit einer verschnieften Nase kommen, schicken wir wieder heim."

Das sei auch ohne Corona sinnvoll, aber davor war es manchmal schwer, dafür Verständnis zu bekommen, sagt Hofmann-Bremer. Man desinfiziere jetzt auch die Kontaktflächen drei Mal mehr am Tag und informiere täglich auf der Webseite über den aktuellen Stand der Dinge.

Die sonst berichteten Engpässe bei Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken habe sie noch nicht erreicht. "Unsere Lager sind noch voll, und die Materialbeschaffung hat von keinen Problemen berichtet." Eine größere Einschränkung gebe es aber schon, schiebt sie hinterher. Bis zum März gebe es in den Messen kein Abendmahl mehr. Dann müsse man sich die Situation neu anschauen. Sie sagt: "Ostern ohne das Abendmahl ist für die älteren Bewohner schwierig."

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