Nur auf einem kurzen Teilstück der Rathenaustraße gilt aktuell Tempo 30. ARCHIVFOTO: SCHEPP
+
Nur auf einem kurzen Teilstück der Rathenaustraße gilt aktuell Tempo 30. ARCHIVFOTO: SCHEPP

Stadtverkehr

Senat der Uni Gießen: Einstimmig für Verkehrsberuhigung

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
    schließen

Der Senat der Uni Gießen hat der Stadt ein klares Zeichen zur Geschwindigkeitsreduzierung am neuen Philosophikum-Campus in der Rathenaustraße gesetzt.

Gießen(khn). Das ist ein deutliches Signal in Richtung der Stadt Gießen in Sachen Rathenaustraße: Der Senat der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen hat in seiner Sitzung am gestrigen Mittwoch einstimmig einen Antrag der Liste "Uni Grün" unterstützt, wonach entlang des zukünftigen Campusbereichs die Straße wie ursprünglich vorgesehen als verkehrsberuhigte Zone gestaltet werden soll. JLU-Präsident Joybrato Mukherjee betonte: "Die Verkehrsverhältnisse werden nicht an uns vorbei geplant. Es ist eine städtische Straße, aber sie führt mitten durch den Campus."

Der Antrag von "Uni Grün" war kurzfristig auf die Tagesordnung der Senatssitzung genommen worden. Vertreter der Studierendenliste erklären darin, die Entscheidung der Stadt Gießen, statt eines verkehrsberuhigten Bereichs nur eine kurze Tempo-30-Zone einzurichten, sei eine "ernste Gefahr" für alle Verkehrsteilnehmer. Betroffen von diesem "Sicherheitsrisiko" seien sowohl der unmittelbare Bereich des Campusplatzes, die Schutzstreifen für Radfahrer sowie die Querung des Klingelbachwegs. "Diese Gefährdung", heißt es in dem Antrag weiter, "kann nicht mit dem vergleichsweise geringen Aufkommen an Durchgangsverkehr gerechtfertigt werden." Die Planungen widersprächen auch den Zielen der Stadt aus ihrem Bericht "Klimaneutrales Gießen 2035".

Uni-Präsident Mukherjee verwies darauf, dass die Stadt einen Verkehrsversuch angekündigt hat. Dort soll festgestellt werden, ob auf dem ausgebauten Abschnitt der Rathenaustraße durchgängig Tempo 30 gelten kann. "So ein Versuch ergibt aber nur Sinn, wenn er unter realistischen Bedingungen stattfindet und nicht während einer Pandemie", betonte Mukherjee. Er gehe davon aus, dass die Stadt bereits während dieser Untersuchung ihre Schlussfolgerungen ziehen werde und nicht erst das Ende des Versuchs abwarte. Bürgermeister und Verkehrsdezernent Peter Neidel hatte Ende Oktober im Planungs- und Bauausschuss mitgeteilt, der Verkehrsversuch werde sich in einen Zeitraum erstrecken, wenn die Sperrung der Rathenaustraße Anfang 2021 aufgehoben und die Universität dann auch vielleicht wieder mehr zu Präsenzvorlesungen zurückkehren werde.

JLU-Präsident Mukherjee sagte, die Hochschule werde gegenüber der Stadt ihre Position deutlich machen: Ziel müsse die maximale Temporeduzierung für Fahrzeuge in diesem Bereich sein. Wenn beidseitig der Rathenaustraße die geplanten Großbauten fertiggestellt seien, würden 10 000 Studierende und Uni-Mitarbeiter die Rathenaustraße queren. Mukherjee betonte, die faktischen Verhältnisse würden dann eine solche maximale Geschwindigkeitsreduzierung "erzwingen".

Verkehrsversuch als erster Schritt

Der Uni-Präsident nannte den Verkehrsversuch "einen ersten Schritt" und warb um Verständnis für die Stadt. Diese müsse sich an Recht und Gesetz halten und sei bei der Frage der Temporeduzierung auf die Entscheidung des Regierungspräsidiums angewiesen. Neidel hatte erklärt, er könne sich vorstellen, dass das Tempo in diesem Bereich bei Hochbetrieb auf 20 beschränkt werden könnte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare