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David Friedrich (r.) und Jonas Brannath (l.) zeigen in der Show von Pierre M. Krause (M.), dass Seifenblasen auch auf der Bühne des Tollhauses in Karlsruhe ihren besonderen Zauber entfalten können.

Seifenblasen im Tollhaus

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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David Friedrich ist selbstständiger Seifenblasenkünstler. Die Pandemie, mit ihren ausfallenden Auftrittsmöglichkeiten, bringt auch ihn und sein Team in arge Bedrängnis. Dass er nun seine Kunst in der Late-Night-Sendung von Pierre M. Krause zeigen kann, ist da ein kleiner Hoffnungsschimmer.

David Friedrich kennen sicher viele Gießener. Schließlich hat er schon mit seiner Kunst die Passanten während der Landesgartenschau verzaubert, hat bei Schlammbeisers Lahnlust oder der Herbstmesse mitgewirkt. Denn der 38-Jährige aus Lohra ist selbstständiger Seifenblasenkünstler und Gründer von Bubble-Zauber.

Wegen Corona Kampf um Existenz

Doch aktuell ist die Lage für den selbstständigen Künstler und sein Team schlecht. Seit mehr als einem Jahr fallen Straßenfeste, Großveranstaltungen und damit auch Auftrittsmöglichkeiten aus. Umso mehr hat sich David Friedrich gefreut, dass kürzlich eine Anfrage des »Late Night«-Redaktionsteams von Pierre M. Krause kam, ob Friedrich nicht einmal seine Seifenblasenkusnt in seiner Sendung vorstellen wollte. Diese wird am Sonntag, 11. April, um 23.20 Uhr im SWR-Fernsehen ausgestrahlt sowie auf dem YouTube-Kanal Late Night Pierre M. Krause. Der bekannte Moderator will in seiner Show bewusst Künstlern eine Bühne bieten und wechselt hierfür aus dem gewohnten Studio in Baden-Baden auch unter anderem in das Tollhaus in Karlsruhe. Dort durfte Friedrich mit seinem Künstlerkollegen Jonas Brannath die Kunst der Riesenseifenblasen präsentieren. »Normal sind wir hautsächlich im Außenbereich zu finden, bieten dabei illuminierte Seifenblasenshows, Mittmachaktionen oder personalisierte Angebote für unsere Auftraggeber an. Nun eine Show auf einer Bühne in einem Theater zu planen war dann nochmal besonders aufregend,«, erzählt Friedrich und hofft, so einen kleinen Ausschnitt seiner Kunst in die Wohnzimmer der Zuschauer bringen zu können. »Ich will aber auch darauf aufmerksam machen, dass die Künstler Deutschlands immer noch da sind und die Unterstützung von allen brauchen, um auch nach der Pandemie das Leben in Deutschland nicht nur ein Stück bunter zu machen«, betont er.

In der Pandemie kämpft auch Friedrich mit seinem Bubble-Zauber um die Existenz. Seit Februar 2020 sind nahezu alle Events abgesagt worden, die gesamte Existenzgrundlage brach mit dem Veranstaltungsverbot weg. Im Sommer konnte der Seifenblasenkünstler zumindest noch einige kleinere kostenlose Auftritte in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe absolvieren. »Ein paar Hochzeiten im kleinen Kreis hatten uns gebucht«, berichtet er und hat die Zeit der Krise genutzt und auf bubble-zauber.de auch einen Onlineshop aufgebaut. Dort können die Kunden nun handgefertigtes Riesen-Seifenblasenzubehör erwerben. Aber auch hier ist es eine große Herausforderung, das Angebot bekannt zu machen und die Kunden dafür zu erreichen. »Die Verzweiflung war zwischenzeitlich schon wirklich groß«, berichtet er. »Wir sind immer auf der Suche nach neuen kreativen Ideen, um den Menschen im Gedächtnis zu bleiben. Uns ist es aber auch ein großes Anliegen, mit unserer Kunst etwas Abwechslung und Leichtigkeit in die so schwere Zeit zu bringen.«

David Friedrich hat 2012 seine Begeisterung für Seifenblasen und Riesenseifenblasen entdeckt. Nach einem Seifenblasenexperiment mit Kindern hatte er weiter experimentiert und geforscht. »Die Faszination der Farben, die Spiegelungen, die Leichtigkeit und das Schweben und Treiben der Seifenblasen im Wind zog mich magisch an.« Seit 2014 ist er nun freiberuflicher Seifenblasenkünstler und bietet mit Bubble-Zauber Auftritte, Workshops, Seifenblasen-Fotoshootings und vieles mehr an. Und so ganz nebenbei freut er sich über ein Workout. Um seine Wirbelsäule zu kräftigen, hat er Riesenseifenblasen in seinen Trainingsalltag eingebaut. »Das Strecken beim Halten der Seifenblasenangeln und die Konzentration auf das Spielen der Blasen im Wind bewirkt innerlich eine Leichtigkeit und ist für mich meine Art der Meditation. Ich nenne es Seifenblasen-Yoga, da die Entspannung sofort zu spüren ist und noch lange nachwirkt«, schwärmt er. Seine kreativen Gedanken und Ideen kann er in der Kunst ausleben, dem innerlichen Kind freien Raum lassen. »Vor begeistertem Publikum zu stehen, zu sehen, wie Klein und Groß fasziniert mit strahlenden Augen den Seifenblasen hinterherschauen und applaudieren, bereitet mir immer wieder Gänsehaut. Die Auftritte sind immer wieder ein großartiges Erlebnis und machen mich glücklich.«

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