Wort zum Sonntag

Sehnsüchte entdecken

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In der Fastenzeit wird verzichtet, das weiß jeder! Bis Ostern heißt es noch: Ohne Schokolade, Fleisch oder Alkohol. Verzicht ist für uns aktuell allgegenwärtig. Der unbeschwerte Kontakt zu lieben Menschen fehlt, die Urlaubsplanung ist auf Eis gelegt und das letzte Essen beim Lieblingsitaliener ist schon eine gefühlte Ewigkeit her.

In dieser Situation auch noch fasten?

Wie wäre es in diesem Jahr also mit einem neuen Blick? Denn Fastenzeit kann auch heißen »7 Wochen mit...«. Man kann sich fragen: Worauf möchte ich bis zu Ostern mehr Wert legen? Was fehlt mir zurzeit? Wie kann ich mir und anderen etwas Gutes tun? Da kommen schnell Ideen: mehr Bewegung, raus in die Natur oder Zeit für sich selbst.

Etwas zugespitzter lässt sich aber auch sagen: Wonach sehne ich mich eigentlich? Was ist, wenn der Sport erledigt oder die Meditation abgeschlossen ist?

Sehnsucht ist ein großes Wort, ein schwer zu fassender Begriff. Sehnsucht ist ein Gefühl, das uns aus dem Alltag werfen kann. Ein Gefühl von Schmerz oder Lebendigkeit. Wir haben Sehnsucht nach ein bisschen mehr Leichtigkeit, nach Vergangenem oder einer bestimmten Person.

Wer kennt dieses Empfinden zur Zeit nicht?

Für mich als Christin hat Sehnsucht auch immer etwas mit Gott zu tun. Denn ich glaube daran, dass hinter Dingen, nach denen ich mich sehne, Gott steckt.

Für mich ist Sehnsucht ein Weg, der mich näher zu ihm führen kann. Gefühle der Sehnsucht können mir deutlich machen, wo ich Gott in meinem Leben begegnen kann.

Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie einen Raum für diese Fragen finden können. Sei es die Wartezeit an der Supermarktkasse oder der entspannte Kaffee am Morgen. Vielleicht finden Sie noch Inspirationen für die kommende Zeit. Denn Fasten kann auch heißen: sich auf das konzentrieren, was uns und anderen wirklich guttut. Fasten kann heißen, unsere Sehnsüchte zu entdecken!

Alfrun Wiese

katholische Dekanatsjugend- referentin in Gießen

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