+

"20*C+M+B 21"

Den Segen gibt es kontaktlos

  • vonRedaktion
    schließen

Die Sternsinger können in diesem Jahr wegen der Pandemie nicht zu den Menschen kommen und Segenssprüche mit Kreide über Haustüren schreiben. Doch Not macht erfinderisch: Den Segensspruch gibt es nun online und als Aufkleber. Auch Spenden für Kinder in Not werden via Internet gesammelt.

Normalerweise würden in diesen Tagen wieder rund 300.000 Sternsinger in ganz Deutschland von Tür zu Tür ziehen, Häuser und Wohnungen segnen und Spenden sammeln für Not leidende Kinder in der ganzen Welt. Doch in diesem Jahr ist vieles anders als sonst. Das Sternsingen, bei dem als Könige verkleidete Jungen und Mädchen aus den katholischen Gemeinden Spenden sammeln, findet wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen unter völlig anderen Bedingungen statt. Den Segensspruch gibt es im Corona-Lockdown diesmal nur kontaktlos als Aufkleber für die Haustür. Die üblichen Auftritte in Kindergärten, Seniorenheimen etc. sind nicht möglich.

"Wir hatten schon länger darüber nachgedacht, wie wir das diesmal machen können", berichtet Gisela Zimmermann vom Vorbereitungsteam der Sternsingeraktion an der Bonifatiuskirche. Denn schließlich soll der Sternsinger-Segen die Menschen auch in der Pandemie erreichen. Aber eben kontaktlos. Und da in diesen Zeiten Menschen die Möglichkeiten der neuen Medien verstärkt nutzen, um in Kontakt zu bleiben, gehen auch die Sternsinger neue Wege.

An der Bonifatiuskirche hat man daher auf der Homepage (bonifatius-giessen.de) einen Button mit dem Segensspruch und dem Hinweis auf die Spendenaktion eingerichtet, der zur bundesweiten Seite des Kindermissionswerks www.sternsinger.de weiterleitet. Hier kann auch ein Aufkleber mit dem Segensspruch bestellt werden, der in diesem Jahr ganz anders als gewohnt zu den Menschen kommt. Statt den Segensspruch mit Kreide über die Haustür zu schreiben, zu singen und eine Gabe für die Spendendose zu sammeln, wird in diesem Jahr komplett kontaktlos ein Prospekt in den Briefkasten geworfen und dazu der Aufkleber mit dem Segensspruch, den sich die Menschen eigenhändig über ihre Haustüren kleben können. "Familien sind mit ihren eigenen Kindern losgezogen und haben Prospekte und Aufkleber verteilt", berichtet Gisela Zimmermann. 250 Aufkleber sind bereits an der Bonifatiuskirche vorhanden, weitere 400 sind geordert. An der katholischen Albertuskirche hatte man bereits frühzeitig Sticker in größerer Zahl geordert. Hier gehen Kinder von Haus zu Haus und verteilen die Materialien in die Briefkästen.

Aktion verlängert

Die Sternsingeraktion wird noch mindestens bis zum 9. Januar weitergeführt, eine Verlängerung bis in den Februar hinein ist bundesweit angedacht.

Das Sternsingen ist ein alter Brauch, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Als Könige gekleidet zogen Jungen durch die Gassen und spielten den Zug zur Krippe nach. Das Kindermissionswerk hat den Brauch 1959 mit der Aktion Dreikönigssingen wieder aufgegriffen und ihm ein neues Ziel gegeben. Heute ist das Sternsingen die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Rund 1,19 Milliarden Euro wurden seither gesammelt, mehr als 75 600 Projekte für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt. Zum Jahresbeginn 2020 hatten die Mädchen und Jungen aus 10 034 Pfarrgemeinden, Schulen und Kindergärten rund 52,4 Millionen Euro gesammelt. Mit den Mitteln fördert die Aktion Dreikönigssingen weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung und soziale Integration. In diesem Jahr ist die Ukraine Schwerpunktland.

Spenden kann man auch so: (Pax-Bank eG, IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31, BIC: GENODED1PAX)

In diesem Jahr lautet der Segensspruch "20*C+M+B 21". Doch wofür stehen die drei Buchstaben? Der Volksmund geht davon aus, dass es sich um die Anfangsbuchstaben von Caspar, Melchior und Balthasar handelt, den Namen der drei Könige, die zur Geburt Jesu nach Bethlehem gezogen waren. Tatsächlich steht er aber für "Jesus Christus mansionem benedicat" und bedeutet "Jesus Christus segne dieses Haus".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare