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Sechs spannende Vorleser

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Und schon wieder ein Leseprogramm unter Pandemie-Bedingungen. Doch das Literarische Zentrum nimmt die Herausforderung an und bietet im neuen Quartal sechs hochinteressante Autoren mit ihren Büchern im digitalen Format - und vielleicht sogar auch mal wieder als echtes Live-Lese-Erlebnis.

Die Tücken der Technik hatten die Lesung mit Jan Costin Wagner im vergangenen Quartal unmöglich gemacht. Nun kann das Literarische Zentrum einen Nachholtermin anbieten: Der Krimiautor wird sein neuestes Werk - »Sommer bei Nacht« - am Mittwoch, 14. April, 19.30 Uhr, als Digitallesung vorstellen.

Klosterleben und Punkrock

Doch natürlich gibt es im neuen LZG-Lesequartal nicht nur alte Bekannte wiederzuentdecken, sondern jede Menge neue Autoren, die zum Teil ihre Bücher erst kurz vor ihren Lesungen auf den Marktbringen. Insofern konnten Janine Clemens von der LZG-Geschäftsführung und Christina Hohenemser vom Vorstand bei der Programmvorstellung mit spannenden Lesungsangeboten neugierig machen.

So wird am Freitag, 23. April, 19 Uhr, Moritz Heger, unter anderem Vorsitzender des Stuttgarter Schriftstellerhauses und studierter Theologe, seinen zweiten Roman »Aus der Mitte des Sees« vorstellen. Es geht um die Pläne zweier Freunde, ins Kloster zu gehen. Andreas hat sich bereits für eine Familie entschieden, sein Freund Lukas fängt an, seinen eigenen Lebensweg als Mönch in Frage zu stellen. Da trifft er Sarah. Lukas überlässt seine Entscheidung dem See, denn beim Schwimmen öffnen sich Körper und Geist.

Um Punk und das Erwachsenwerden im toten Winkel der Gesellschaft geht es bei der Lesung von Tijan Sila am Donnerstag, 20. Mai. Der Autor, selbst (einst) mit seinen Bands »Atlas Lanze« und »Korrekte Drinks« auf Tour, liest aus seinem druckfrischen Roman »Krach«, eine Liebeserklärung an den Punkrock der Neunzigerjahre und »eine kalte Dusche für lauwarmes Erzählen«, wie die Kritik lobt. »Krach« ist nach »Tierchen unlimited« und »Die Fahne der Wünsche« sein dritter Roman.

Von Goßfelden nach Gießen

Am hessenweiten Aktionstag »Ein Tag für die Literatur und die Musik« (30. Mai) ist die etablierte Autorin Marion Poschmann zu Gast. 2019 war sie Trägerin des vom Verein »Zwei Raben« initiierten Otto-Ubbelohde-Aufenthaltsstipendiums und durfte als erste Autorin für drei Monate im Atelier- und Wohnhaus des Malers Otto Ubbelohde in Goßfelden bei Marburg leben und arbeiten. In Gießen berichtet sie nun über ihre Zeit in Goßfelden, stellt ihren dort entstandenen Text vor und präsentiert in einem zweiten Lesungsteil Ausschnitte aus ihrem 2020 erschienenen Gedichtband »Nimbus« - eine Veranstaltung im Rahmen von hr2-kultur Literaturland Hessen.

Den Abschluss des Quartals bestreiten zwei Autorinnen. Am Mittwoch, 16. Juni, präsentiert Emilia Schmechowski, stellvertretende Chefredakteurin des »ZEITmagazins« ihren Roman »Rückkehr nach Polen«, in dem sie die Zerrissenheit ihres lange als frei und demokratisch geglaubten Heimatlandes vor Augen führt.

Am Dienstag, 29. Juni, stellt die iranisch-deutsche Autorin Shida Bazyar ihren aktuellen Roman »Drei Kameradinnen« vor, in dem drei Freundinnen zeigen, was es heißt, aufgrund der eigenen Herkunft immer und überall infrage gestellt zu werden, aber auch, wie sich Gewalt, Hetze und Ignoranz mit Solidarität begegnen lässt. Shida Bazyar war Stipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung und des Klagenfurter Literaturkurses 2012. »Drei Kameradinnen« ist ihr zweiter Roman nach ihrem Debüt »Nachts ist es leise in Teheran«.

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