Wer schafft es nah ans Schweinchen? Die Boule-Spieler geben ihr Bestes. FOTO: CG
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Wer schafft es nah ans Schweinchen? Die Boule-Spieler geben ihr Bestes. FOTO: CG

Von Schweinchen und Schwätzchen

  • Christine Steines
    vonChristine Steines
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Hurra! Die Werferin reckt die Arme in die Höhe, die anderen aus der Mannschaft applaudieren. Die ältere Dame hat ihre Kugel ganz dicht neben das Schweinchen platziert. Ihren Teamkolleginnen ist die Nähe zur Zielkugel auch schon geglückt, das wird ordentlich Punkte bringen. "Aber das ist uns eigentlich gar nicht wichtig", verrät Klara Rack. "Wir wollen eine schöne Zeit miteinander verbringen und Spaß haben." Den haben die Frauen und Männer, die sich jeden Freitag im Stadtpark Wieseckaue zum Boule spielen treffen, ganz offensichtlich. Einige machen es sich auf den Bänken bequem und halten ein Schwätzchen, andere schnappen sich sofort nach der Ankunft die Kugeln und legen los.

Dass die Stimmung unter den Boule-Spielern gelöst und heiter ist, fällt auch den Passanten auf. Immer wieder bleibt jemand stehen und guckt zu. "Sie sind herzlich eingeladen, machen Sie doch einfach mit", lädt Peter Gömmer die Zaungäste freundlich ein. Er ist einer der Initiatoren, die sich vor Jahren für die Einrichtung des Platzes eingesetzt haben. Zur Landesgartenschau hat es nicht mehr geklappt, aber im Anschluss hat die Stadt den Wunsch gerne unterstützt. Manche nehmen das Angebot spontan an, manche grübeln eine Weile und kommen ein anderes Mal wieder, und der eine oder andere schaut einfach nur gerne zu. "Jeder, wie er mag", sagt Angelika Nailor, die Vorsitzende des Vereins Ehrenamt. Ihre Truppe kümmert sich um den Platz und nutzt ihn gerne. Zu den regelmäßigen Spielern gehören unter anderem Mitglieder der "Grünen Engel" und der Fünfzigervereiniungen, aber auch "unorganisierte" Gruppen kommen. Es ist ein fröhliches Miteinander und Nebeneineinander.

Wenn es zu heiß wird, verziehen sich die Boule-Spieler in den Schatten der großen Bäume, hier kann man es auch bei Hitze gut aushalten. In den Pausen und zum Schluss gibt’s Leckereien: Kekse, Salzgebäck, Käsewürfel, manchmal auch ein Glas Rotwein oder Sekt. Immer bringt irgendwer etwas mit. Da sage noch einer, in Mittelhessen gäbe es keine mediterrane Leichtigkeit. Die Sonne scheint, von einer der Wiesen schallt leise Musik herüber, auf dem Fußweg watscheln ein paar Enten umher, die Blätter rauschen sachte im Sommerwind. Ein schöner Nachmittag.

"Komm, setz dich zu mir", sagt eine Frau zu einer Mitspielerin. Einträchtig sitzen sie auf der Bank, natürlich mit Corona-Abstand. Sie erzählen sich, was in der Woche so los war. Und das ist mindestens genauso wichtig, wie möglichst nah ans Schweinchen zu kommen. (cg)

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