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Kommen und Gehen vor dem Evangelischen Krankenhaus. FOTO: CG

Von schwebenden und anderen Lasten

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Vorsicht, schwebende Last, steht auf einem kleinen Schild vor dem Facharztzentrum. Wer als Besucher oder Patient ins Evangelische Krankenhaus möchte, bekommt es derzeit mit so mancher Last zu tun, nicht nur von oben. Dank der Dauerbaustelle auf dem Gelände auf der Hardt ist die erste Hürde derzeit, einen Parkplatz zu finden.

Hat man die Schranke erst einmal passiert, muss es klappen. Im kleinen Kreisel vor dem Eingangsbereich darf man nur zum Ein- und Aussteigen stehen bleiben. Die Ebenen des Parkhauses sind schon am frühen Morgen belegt, der große Parkplatz ebenfalls.

Die Baucontainer erschweren die Situation zusätzlich. Parkplätze werden zu einem heiß umkämpften Gut. Ein älterer Mann fotografiert einen Pkw, der im Halteverbot steht. Er macht das sorgfältig von allen Seiten. "Gehen Sie weg von meinem Wagen", ruft erbost die heraneilende Besitzerin. Wortlos räumt der Fotograf das Feld.

Bald wird alles besser. Das steht auf den großen Plakaten vor dem Eingang. Das Krankenhaus wird nicht nur moderner und komfortabler, sondern es wird auch mehr Parkraum geben, ist dort zu lesen. Das ist jetzt nur ein schwacher Trost. Andererseits: Es gibt Schlimmeres, als sein Auto nicht abstellen zu können. Viel Schlimmeres.

Wer hier am Morgen mit seinem Köfferchen anreist, hat unangenehme Tage vor sich. "Und sag dem Doktor, welche Medikamente du nimmst", mahnt besorgt eine Frau, die offenbar ihren Mann zur stationären Aufnahme begleitet. Er nickt, antwortet aber nicht. Eine alte Dame lässt sich mit dem Taxi bis zum Eingang fahren. Nun ist sie allein, nervös kontrolliert sie ein letztes Mal ihre Papiere. "Ich muss der blauen Linie auf dem Fußboden folgen."

Im gesamten Eingangsbereich ist das Rauchen verboten, steht auf einem großen Plakat. Ein Patient im schwarzen Trainingsanzug kommt aus dem Haus und steckt sich erst mal eine an. Sein Ziel ist die Bank vor dem Parkscheinautomaten. Dort sitzen schon zwei Raucher, der eine hat seine Krücken neben sich abgestellt. Alle paffen, keiner spricht.

Zwei Beamte der Justizvollzugsanstalt schieben einen jungen Mann in einem Rollstuhl ins EV. Er zieht sich die Kapuze ins Gesicht. Passanten bleiben stehen, die Blicke folgen dem Trio. Was das wohl für einer ist? So etwas kennt man ja aus dem Fernsehen.

Die Raucher bekommen Gesellschaft, eine Frau in Jogginghose bittet um Feuer. "Ich habe keinen Bock mehr auf den Fraß hier, heute lass ich mir ’ne Pizza bringen", verkündet sie. "Wie soll man da gesund werden?", schimpft sie weiter und inhaliert. Eine Frage, auf die es nur eine Antwort gibt. Die anderen paffen schweigend weiter. cg

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