"Schutzmauer gegen den Populismus"

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Gießen. Die Pläne der Landesregierung, die politische Bildung zu stärken und das Fach Politik und Wirtschaft (PoWi) bis zum Abitur zur Pflicht zu machen, lassen die hessischen Erdkundelehrer fürchten, dass ihr Fach an den Rand gedrängt werde. Nun springen die Hochschulprofessoren den Lehrkräften bei. "Geografie ist das Zukunftsfach schlechthin, es betrachtet als einziges systematisch das Spannungsfeld zwischen Mensch und Umwelt", wirbt Rainer Mehren von der Universität Gießen, wo er künftige Erdkundelehrer ausbildet. Ob es um die Rodung des Regenwalds gehe oder um die Verschmutzung der Ozeane, um Ferntourismus, die Energiewende, Mobilität oder die Gründe für Migration: Geografie betrachte die Zusammenhänge, beschreibe Ursachen und Folgen und sei damit eine "Schutzmauer gegen Populismus". Zwar sei es auch wichtig, die politische Bildung zu stärken, "aber das kann nicht allein mit Politik und Wirtschaft als Fach geschehen", findet der Professor.

Mit seiner Haltung steht er nicht allein. Mehren leitet einen runden Tisch, an dem die Geografieprofessoren aus Marburg, Gießen und Frankfurt gemeinsam mit den Vertretern der Studienseminare, Fachleitern von Schulen und Mitgliedern des Verbands der Schulgeografen gemeinsam für den Erhalt des Erdkundeunterrichts eintreten. Sie wollen die Schüler zwischen PoWi und Geografie wählen lassen. Zudem soll Erdkunde zumindest im ersten Oberstufenjahr zur Pflicht werden.

Die Mitglieder des runden Tisches haben eine Petition gestartet, die 6000 Unterstützer gefunden hat. Zudem haben sie Landtagsabgeordnete angeschrieben und 5000 Protestpostkarten ans Kultusministerium drucken lassen, auf denen Unterstützer schreiben können, warum sie Erdkunde für unentbehrlich halten. Zur "Fridays for Future"-Bewegung gibt es Kontakte. Peter Hanack

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