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Ab Montag werden am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium wieder rund 1000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. FOTO: SCHEPP

Schulstart mit viel Respekt

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Ab Montag startet in den hessischen Schulen für die meisten Schüler wieder der Unterricht. Auch am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen sind die Pläne für den Neustart mit 1000 Schülern abgeschlossen. Die Lehrkräfte gehen mit einer gehörigen Portion Respekt an diese Aufgabe.

Das Telefon von Anke Mühlhans klingelt an diesem Freitagmorgen gefühlt durchgängig. Die Leiterin des Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (LLG) in Gießen muss letzte Abstimmungsgespräche führen und mit Eltern und Kollegen über den Schulstart am Montag reden. Am LLG an der Reichenberger Straße werden dann etwa 1000 Schüler erwartet. Und das in Zeiten von Hygieneverordnungen und einem Abstandsgebot von 1,5 Metern. Der Respekt vor diesem Neustart im Zeichen der Corona-Pandemie, sagt Mühlhans, sei groß. "Aber wir sind gut darauf vorbereitet."

Seit Wochen schon zwingt ein Virus nicht nur die Schulgemeinschaften, sich mit ständig ändernden Bedingungen auseinanderzusetzen. Nachdem für einige Schülergruppen der Gießener Schulen bereits Ende April der Präsenz-unterricht begonnen hatte, werden am Montag auch die anderen Schüler erwartet.

Seit Mittwoch steht am LLG das selbst erarbeitete Konzept für den Neustart. Die Schüler sind in zwei Gruppen aufgeteilt; eine Gruppe mit 500 Schülern startet am Montag, die andere mit ebenfalls 500 Schülern am Dienstag in den etwas anderen Unterrichtsalltag. Wie Mühlhans sagt, werden etwa 60 Kinder und Jugendliche nicht ans LLG kommen, weil sie zur Risikogruppe gehören oder mit Angehörigen aus dieser Gruppe zusammenleben.

Vieles wird sich für die Kinder und Jugendlichen - ausgenommen sind die Abiturienten - am LLG ändern. Künftig müssen sie sich nach dem Betreten der Schule sofort in den Pausenbereich ihrer Klasse begeben. Von dort werden sie von ihrer Fachlehrkraft abgeholt. Sie dürfen sich nicht auf dem Schulhof in Gruppen zusammenfinden. Das Gleiche gilt für den Heimweg.

Im LLG sind die Gänge mit Pfeilen gekennzeichnet. Da es viele Räume gibt, in denen Hin- und Rückweg gleich sind, müssen sich Lehrkräfte mit ihren Kollegen abstimmen, welche Klasse zuerst ins Treppenhaus entlassen wird. Der Unterricht soll so viel wie möglich in einem Raum stattfinden, sodass die Klassen nicht wechseln müssen. Auf ihrem Platz können die Schüler den Mundschutz ablegen, auf den Wegen in und vor der Schule hingegen wird ihnen das Tragen der Maske empfohlen.

Klassenwechsel

Das Konzept am LLG sieht vor, dass die Klassen weitestgehend nach dem bereits bestehenden Stundenplan der ersten bis zur sechsten Stunde im Wechsel unterrichtet werden. Das bedeutet, dass nur die Hälfte der Schüler einer Klasse anwesend ist und nur jeden zweiten Tag am Unterricht teilnimmt. So wird der Stundenplan in vierzehn Tagen statt in einer Woche durchlaufen. Die erste Hälfte der Klasse hat also in der ersten Woche am Montag, Mittwoch und Freitag Unterricht, in der darauffolgenden Woche dann am Dienstag und Donnerstag. An den anderen Tagen kommt die zweite Hälfte der Klasse.

Die Ausgestaltung des freien Tages ergibt sich durch die Arbeitsaufträge des Präsenztages am Vortag. Der Nachmittagsunterricht wird auf den Vormittag verlegt. Lehrkräfte der Risikogruppen sollen durch Videokonferenzen in den Unterricht ihrer Klassen für 30 bis 45 Minuten eingespielt werden. Für den zweiten Teil der Doppelstunde gibt es vorab verteilte Arbeitsaufträge.

Alle Schülerinnen und Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse sowie der E-Phase werden wegen der Busanbindung von der ersten bis zur sechsten Stunde unterrichtet. Der Sportunterricht fällt aus. Aber eine Bewegungsstunde soll es dennoch geben, weil eine Betätigung an frischer Luft - dazu zählt auch ein Spaziergang - für die Schüler "dringend erforderlich" sei. Dafür darf der Musikunterricht stattfinden - nur ohne Gesang. Eine besondere Rolle wird am LLG der Religions- und Ethikunterricht haben. Jeder Klasse ist ein Lehrer zugeordnet, der dies unterrichtet. Die Schüler können dort die Covid-19-Problematik und die damit einhergehenden Belastungen aufarbeiten. Kaum etwas ändern wird sich für Schüler der Risikogruppen: Sie werden weiterhin digital mit Unterrichtsmaterial versorgt.

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