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Auch in Gießen ist das Gros der Lehrer geimpft, teilt das Kultusministerium mit.

Corona-Krise

Eltern-Kritik an Corona-Politik: An Schulen „keine Waffengleichheit“ - Ministerium reagiert

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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Die Corona-Zahlen in Hessen steigen, die Schulen sollen jedoch geöffnet bleiben. Der Landeselternbeirat fordert vor diesem Hintergrund „Waffengleichheit“. Das Kultusministerium reagiert.

Gießen - Der Landeselternbeirat in Hessen (LEB) fordert eine Auskunftspflicht zum Impfstatus von Lehrkräften. Denn laut LEB herrsche an den Schulen »keine Waffengleichheit«: Weil geimpfte Schülerinnen und Schüler von der Testpflicht befreit sind, wüssten Lehrer, welche Schüler geimpft sind und welche nicht. Umgekehrt sei dies nicht der Fall. Das Hessische Kultusministerium sieht dazu keine Notwendigkeit und hält die Forderung für eine Scheindebatte.

Denn 95 Prozent der Lehrkräfte - auch in Gießen - seien geimpft, teilt ein Behördensprecher mit. Es sei davon auszugehen, dass ein Gros der übrigen Lehrkräfte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht immunisieren lassen könne.

Corona und Schulen in Hessen: Ministerium reagiert auf Landeselternbeirat-Forderung

Eigentlich hatte diese Zeitung einen Fragenkatalog an das Staatliche Schulamt in Gießen geschickt, um das hiesige Stimmungsbild in dieser Debatte zu erfragen. Die Behörde leitete die Fragen nach Wiesbaden ins Ministerium weiter. Dessen Sprecher sieht die Vorschläge des LEB kritisch.

Die Elternvertretung hatte für eine Auskunftspflicht zum Impfstatus von Lehrkräften plädiert, damit diese ihren Impfstatus ebenso offenlegen müssten wie Schüler. So »würde das vielleicht einen gewissen Druck ausüben, sich doch noch impfen zu lassen«, heißt es in der Stellungnahme des LEB. Der Ministeriumssprecher spielt den Ball zurück zu den Eltern: Statt über die Auskunftspflicht für Lehrkräfte zu sprechen, sollte es eher um den Stellenwert der Impfungen der Eltern für einen sicheren Schulbetrieb ihrer Kinder gehen. »Denn diese Impfung leistet einen sehr großen Beitrag«, sagte der Sprecher auf Nachfrage. Hinzu kommt: Alle Lehrkräfte, auch die geimpften, müssen sich vor Schulbeginn testen.

Corona und Schulen in Hessen: Schulamt Gießen setzt auf Netzwerkarbeit

Mit Blick auf den Winter heißt es vom Kultusministerium, es sei davon auszugehen, »dass der gesellschaftliche Konsens nun endlich so weit vorangekommen ist, dass Schulschließungen der falsche Weg sind«. Wegen der zur Verfügung stehenden Tests und des Impfangebotes ist dies aus Sicht des Ministeriums auch nicht mehr notwendig.

Auf Nachfrage äußert sich der Leiter des Staatlichen Schulamts Gießen, Norbert Kissel, dann doch noch zum Thema. »Die sich sehr häufig ändernden Regelungen, mit denen auf die unberechenbare Dynamik des Pandemiegeschehens reagiert werden muss, stellen für uns alle, die wir an Schule beteiligt sind, eine enorme Herausforderung dar«, sagt er. Die Behörde versuche dazu beizutragen, durch den Corona-Winter zu kommen: »Service, Haushalt, Personalsachbearbeitung, Schulpsychologie, verwaltungsfachliche und schulfachliche Aufsicht und die Amtsleitung sind da, arbeiten in ihren Zuständigkeitsbereichen und sind für die Schulen ansprechbar«, sagt Kissel. Gleichzeitig sei das Staatliche Schulamt eingebunden in die Netzwerkarbeit zum Beispiel mit den Schulträgern sowie den Schüler- und Elternvertretungen. Und die funktioniert laut Kissel gut. Ob er die Schulen gut vorbereitet sieht für den Winter? »Ja, und zwar so gut wie alle anderen auch, warm angezogen, aber nicht panisch.«

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