Wort zum Sonntag

Schöpfung teilen und heilen

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Vor allem junge Menschen machen sich heute viele Gedanken über ihre Zukunft, vor allem über eine lebenswerte Zukunft. In welcher Welt wollen wir morgen leben? Die Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt, der Zugang zu Trinkwasser, sauberer Luft, gesunden Lebensmitteln steht nicht (mehr) allen Menschen selbstverständlich zu Verfügung.

Vor allem junge Menschen machen sich heute viele Gedanken über ihre Zukunft, vor allem über eine lebenswerte Zukunft. In welcher Welt wollen wir morgen leben? Die Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt, der Zugang zu Trinkwasser, sauberer Luft, gesunden Lebensmitteln steht nicht (mehr) allen Menschen selbstverständlich zu Verfügung.

Die Folgen des Klimawandels sind offensichtlich. Wir können die Fakten und Zahlen über Umweltverschmutzung, Artensterben, Rohstoffausbeutung und mehr täglich in den Nachrichten verfolgen. Allein über Verstand und Vernunft scheinen wir die Umweltzerstörung nicht in den Griff zu bekommen. Letztlich bestimmen Gewinnmaximierung, Konsumverhalten und Wirtschaftsinteressen das Denken und Handeln.

Was wir brauchen, ist eine veränderte Beziehung zur Natur. Machen wir uns bewusst, dass wir selbst Teil des Kosmos sind, denn wir selbst funktionieren nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten, bestehen aus denselben Molekülen, wie alles andere Leben auf unserem Planeten. Wir sind Mitgeschöpfe in einer einzigartigen Mitwelt, auf die wir und sie auf uns angewiesen sind. Angesichts der unfassbaren Lebensfülle und Größe, die alles Leben durchdringt, lässt sie uns ehrfürchtig staunen.

Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen haben in der Natur und Mitwelt das Göttliche und Heilige erlebt und verehrt. Christen sehen in ihr die einzigartige Schöpfung, in der sich Gott selbst offenbart. Auch die Mystikerin Hildegard von Bingen spürte in der Schöpfung die göttliche, Leben spendende und erhaltende Kraft. Franz von Assisi besang in seinem Sonnengesang die Herrlichkeit von Sonne, Mond, Wasser, Feuer und Erde als Abbild der Herrlichkeit Gottes und nannte sie liebevoll Schwester und Bruder. Bis heute geben Menschen Zeugnis davon ab, dass in der Schöpfung die heilende und liebende Kraft Gottes wirkt und appellieren darum, dass wir unseren Planeten nicht zerstören dürfen, sondern erhalten müssen. Denn wir selbst können nur dann ein erfülltes Leben finden, wenn wir respektvoll in Einklang mit der Schöpfung und dem Schöpfer leben. Somit erlangen wir einen ganzheitlichen und heilenden Zugang zu uns selbst und unseren Mitmenschen, zur Natur und schließlich zu Gott. Begegnen wir staunend der Schöpfung – die nächsten Frühlingstage bieten dafür eine gute Gelegenheit.

Sigrid Monnheimer M.A. katholische Hochschulseelsorgerin

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