Max Wende von der Waldakademie überreicht den Kindern im Ferienprogramm ihren "Schnitz-Führerschein". FOTO: SEG
+
Max Wende von der Waldakademie überreicht den Kindern im Ferienprogramm ihren "Schnitz-Führerschein". FOTO: SEG

Schnitzen und Stockbrot mit Stadtkindern

  • vonSebastian Schmidt
    schließen

Gießen(seg). Trotz Regen toben zehn Kinder über den Schulhof der Goethe-Schule. Nach drei Tagen Wind und Wetter im Ferienprogramm der Waldakademie Hessen müssen sie das abkönnen. Veranstalter Jörg Schmidt lacht und sagt: "Mittlerweile haben auch die Eltern aufgerüstet. Jetzt hat jedes Kind wasserfeste Schuhe."

Das war am Anfang nicht der Fall. Schmidts Kollege Max Wende erklärt, dass einige der Kinder vorher schon öfter in der Natur gewesen sind. Bei anderen glaubt er das nicht: "Die sind über die nasse Wiese gelaufen, als wären sie auf dem Mars."

Damit die Kinder aus der ersten bis zur vierten Klasse mit der Natur in ihrer Umgebung vertraut werden, sind Schmidt und Wende mit ihnen an der Lahnaue unterwegs gewesen. Die Kinder haben in einem eigenen Lager das Schnitzen gelernt, Stockbrot gemacht und die Natur beobachtet. "Natürlich haben wir am Anfang auch das ein oder andere Pflaster ›ausprobiert‹", sagt Schmidt mit einem Schmunzeln. Trotzdem halten jetzt alle Kinder ihren "Schnitz-Führerschein" in den Händen.

Energie für die Wintermonate

Das Ferienprogramm der Waldakademie ist in Kooperation mit der Stadt Gießen und dem Bündnis für Familie entstanden. Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser sagt: "Wir wissen ja alle, was das Jahr mit den Kindern seit März gemacht hat." Sie sind viel zu Hause gewesen. Das Spielen mit den Freunden ist nur unter erschwerten Bedingungen möglich gewesen. Mit dem Ferienprogramm im Herbst habe die Stadt einen Ausgleich schaffen wollen, sagt Eibelshäuser. Die Kinder sollen sich draußen austoben, damit sie Energie für die Wintermonate bekommen.

Bei Eltern und Schülern sei das Programm gut angekommen. "Wir haben nur positives Feedback", sagt Schmidt. Auch die Schulleiterin der Goethe-Schule, Kerstin Muscheid, ist begeistert. Es habe einen Ansturm auf das Angebot gegeben. "Ungefähr 40 Anmeldungen" für zehn freie Plätze, berichtet Muscheid.

Waldakademie als Schul-AG

Die Schuldezernentin ist von der Waldakademie überzeugt und will sie in den Osterferien wieder ins Programm nehmen. Die Schulleiterin kann sich die Natur-Erkundung sogar als Schul-AG vorstellen. Schmidt wäre sofort dabei: "So etwas wollen wir schon lange anbieten."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare