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Die Vogelsbergbahn soll besser vertaktet werden.

Schnellere Verbindung erhofft

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Gießen (pm). Bis zum Jahr 2011 gab es zwischen Gießen und Fulda einen Regionalexpress, der nur an den stark nachgefragten Bahnhöfen wie Reiskirchen, Grünberg oder Alsfeld hielt. Der RMV hat nun beschlossen, den Regionalexpress unter dem Namen »RE 44« wieder einzuführen.

Der im letzten November vom RMV-Aufsichtsrat beschlossene Regionale Nahverkehrsplan sieht die Einführung einer regelmäßigen, schnellen Regionalexpressverbindung zumindest zwischen Gießen und Alsfeld vor. Wie dieser Zug auf der eingleisigen Strecke so eingebunden werden kann, dass er wirklich schneller ist und nicht die Regionalbahn aus dem Takt bringt, ist aber noch ungewiss.

VCD: Zeitpunkt noch unklar

Der RMV verweist gegenüber dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) darauf, dass er eine »gesamthafte Untersuchung« anstrebe, mit der »die Realisierbarkeit und die damit verbundenen Ausbauerfordernisse« überprüft werden sollen. Der mit Fragen des Nahverkehrs vom Landkreis beauftragte Zweckverband Oberhessische Verkehrsbetriebe (ZOV) verweist darauf, dass eine erste Fahrplanstudie erstellt sei.

Voraussetzung für den Regionalexpress sei ein elektronisches Stellwerk für die Vogelsbergbahn, sodass ein gleichzeitiges Einfahren von Zügen in Begegnungsbahnhöfen möglich würde und die Fahrzeiten etwas kürzer und flexibler gestaltet werden können. Zusätzlich müssten neue Begegnungsmöglichkeiten geschaffen werden, wobei deren Lage davon abhängt, welcher Anschluss in Gießen hergestellt werden soll. Für einen Anschluss aus Richtung Alsfeld auf den RE 30 nach Frankfurt in Gießen würden zusätzliche Kreuzungsmöglichkeiten in Zell-Romrod und im Bereich Saasen-Grünberg erforderlich. Für den Anschluss in entgegengesetzter Richtung sei ein »zweigleisiger Begegnungsabschnitt zwischen Gießen-Licher Straße und Gießen-Flughafen« nötig.

Der VCD-Kreisverband Gießen mahnt, dass sich die Politik aus dem Gießener Land unbedingt in den aktuellen Planungsprozess einbringen solle, denn am Ende entscheiden die Landkreise und kreisfreien Städte in den RMV-Gremien, wie schnell der neue Express Wirklichkeit wird.

Aus Sicht des VCD Gießen kommt es darauf an, dass ein Gesamtkonzept für Regionalbahn und Regionalexpress entwickelt wird und mit dem Deutschlandtakt kompatibel ist. Wichtig sei auch, dass die neuen Bahnhalte Gießen-Marshallsiedlung/US-Depot, Gießen-Rödgen, Buseck-Edekastraße, Reiskirchen-Lindenstruth sowie weitere Halte im Vogelsbergkreis mituntersucht würden, der Halbstundentakt der Regionalbahn im Gießener Land erhalten bleibe und nicht auf Kosten des schnellen Regionalverkehrs ausgedünnt werde.

Weiterführung bis Fulda angemahnt

Dass der Regionalexpress 44 nur zwischen Gießen und Alsfeld fahren soll, sieht der VCD Gießen kritisch, denn eine Weiterführung zum ICE-Bahnhof Fulda würde einen echten Mehrwert bringen, auch für den Tourismus im Vogelsberg. Gerade weil der RMV eigentlich das Ziel habe, den Frankfurter Hauptbahnhof durch Tangentialverbindungen zu entlasten, hält der VCD es für nötig, dass der Regionalexpress möglichst weiter nach Fulda fährt. Dann könnten in Fulda möglicherweise auch bessere Umsteigezeiten entstehen.

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