Pia Sommerlad bietet in ihrem Laden unter anderem feine Goldschmiedekunst an. FOTO: SCHEPP
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Pia Sommerlad bietet in ihrem Laden unter anderem feine Goldschmiedekunst an. FOTO: SCHEPP

Schmuckkauf mit gutem Gewissen

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
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Gießen(gl). Ungewöhnliche Schmuckkreationen mit gutem Gewissen verschenken - wer das zum Weihnachtsfest möchte, der wird bei Pia Sommerlad in der Bahnhofstraße 39 fündig. Die Goldschmiedin hat dort mit ihrem Partner Nils Schmalenbach im Oktober 2016 ihr Werkstattatelier unter dem Namen "Sommerbach" eröffnet.

Die Auslage im Schaufenster ist betont reduziert, erinnert in der schicken Fassade an eine Galerie. So wird gleich deutlich, dass es in dem Laden nicht auf Massenware ankommt, sondern auf individuelle Schmuckstücke: feine Herzchenringe, von deren Verkaufserlös ein Teil an die Herzstiftung geht, oder Ringe, die mithilfe von Bienenwachswaben entstanden sind. Hier kann jeder fündig werden, "auch der Student, der Ohrstecker kaufen möchte", betont Sommerlad. Aber die Goldschmiedin legt außerdem großen Wert darauf, möglichst ressourcenschonend und sozialverträglich zu arbeiten: Das Umarbeiten von Schmuckstücken, die Verwendung von recycelten Edelmetallen und neuerdings auch das Fassen von "im Labor gewachsenen Diamanten" gehören zum Angebot von "Sommerbach". Pia Sommerlad ist es wichtig, dass etwa auf der Suche nach Diamanten "nicht viel Erdmaterial bewegt werden muss, um Krümel herauszubekommen". Und da sind die im Labor mit viel Druck und hohen Temperaturen geformten Diamanten, natürlich ohne den gelblichen Ton von Industriediamanten, eine gute Alternative, die man mit gutem Gewissen erstehen kann.

Ein Konzept, das aufgeht, schließlich ist der Kundenstamm des kleinen, feinen Ladens groß, reicht bereits bis weit in den Frankfurter Raum. Auf Laufkundschaft ist man nicht unbedingt angewiesen, denn "Sommerbach"-Kunden empfehlen die Goldschmiedin gerne weiter. Viele von ihnen seien Menschen, "die etwas Spezielles wollen oder noch nie vorher Schmuck getragen haben", erzählt die in Beuern aufgewachsene 41-Jährige.

Und schon bald können Arbeiten von Pia Sommerlad nicht nur im Laden oder über www.sommerbach.de erstanden werden, sondern auch in Taiwan. Denn sie arbeitet als Gastdesignerin mit der Höchster Manufaktur zusammen und kreiert Windlichter aus Porzellan. Kein Wunder, dass bei so viel Arbeit die anfangs noch im Werkstattatelier angebotenen Kurse, bei denen Laien bei der Gestaltung eines Schmuckstücks begleitet wurden, aus Zeitgründen nicht mehr möglich sind.

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