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Die Visualisierung gewährt einen Einblick in den Wohnpark am Schlachthof aus Blickrichtung Lahn. (Abbildung: Helm Holding)

Schlachthof: 160 Wohnungen an der Lahn

Gießen/Aßlar (mö). 160 Wohnungen in zwölf Häusern, ein Parkhaus mit 200 Stellplätzen nur für Anwohner und eine Gesamtinvestition von 35 Millionen Euro: Das sind die Eckdaten eines neuen Gießener Wohnprojekts, das in den nächsten Wochen starten soll.

"Modus 2.0 ›Am Alten Schlachthof"" nennt sich das Vorhaben, das die Investoren Gerhard Helm und Ingrid Neumann-Helm am Dienstag am Firmensitz in Aßlar gemeinsam mit Architekt Birger Rohrbach (Rohrbach+Schmees) sowie Filiz Kaja von der Immobiliengesellschaft Imaxx vorstellten.

Mit dem Baubeginn der ersten beiden Wohnhäuser – mit der Genehmigung rechnet Helm noch im Laufe des März – endet für den Investor eine lange Phase der Klärung, was aus dem Areal an der Lahn werden soll. 2008 hatte Gerhard Helm den Schlachthof gekauft, den er mittlerweile an seinen Lahn-auer Unternehmerkollegen Wolfgang Lust weiterveräußert hat. In den nächsten drei Jahren will sich die Helm Holding aus Aßlar nun auf die Entwicklung des Wohnparks konzentrieren, der sich um den historischen und unter Denkmalschutz stehenden Schlachthof gruppieren wird. Acht freistehende Wohngebäude mit viereinhalb bzw. fünfeinhalb Geschossen bilden diesen Bereich des durchgrünten und "autofreien" Wohnquartiers. Dahinter schließen sich weitere vier Wohnhäuser an, die an das sechsgeschossige Parkhaus angedockt werden. Mit dessen Bau soll im Sommer begonnen werden. Wie Helm erläuterte, habe man sich für die riegelartige Parkhaus-Bebauung entschieden, um das Wohngebiet lärmtechnisch vom Messegelände abzuschotten.

Die Wohnungen seien, was Größe und Ausstattung betrifft, auf ein altersgemischtes Publikum vom Single über die junge Familie bis zu den Senioren zugeschnitten, hieß es. Am Westrand des Gebiets soll ein dreigruppiger Kindergarten entstehen, den die Diakonie betreiben wird.

Architekt Rohrbach nannte es reizvoll, das Nebeneinander von altem Schlachthof und modernen Wohnhäusern zu planen. So sei der Schlachthof, für den eine Nutzung aus Loftwohnungen und nichtstörenden Dienstleistungen vorgesehen sei, durch das Wohnpark-Konzept bewusst "freigestellt" worden.

Vermarkterin Filiz berichtete, dass allein die Berichterstattung über die Planung großes Interesse geweckt habe; sie führe bereits eine Warteliste. Helm fügte hinzu, dass vier Häuser bereits komplett verkauft seien.

Die Änderung des Bebauungsplans hatte das Stadtparlament im Februar beschlossen. Der letzte Schritt zur Rechtskraft dieser Planung war von einigen Anwohnern des August-Balzer-Wegs und vor allem der Messegesellschaft kritisch begleitet worden. Die Messe Gießen GmbH befürchtet durch die Wohnbebauung in der Nachbarschaft letztlich Einschränkungen für den eigenen Betrieb und erwägt eine rechtliche Überprüfung der städtischen Planung durch den Hessischen Verwaltungsgerichtshof.

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