Sascha Feuchert erhält Burgheim-Medaille

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Gießen(pm). Die höchste Auszeichnung der Stadt Gießen, die Hedwig-Burgheim-Medaille. geht in diesem Jahr an Sascha Feuchert, Professor für Neuere deutsche Literatur mit Schwerpunkt Holocaust- und Lagerliteratur am Institut für Germanistik der Universität Gießen (JLU). Feuchert leitet zudem die Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der JLU.

Die Hedwig-Burgheim-Medaille wird alle zwei Jahre im Gedenken an die bis heute fortwirkende Tätigkeit der jüdischen Pädagogin Hedwig Burgheim für hervorragende Verdienste um Verständigung und Verständnis zwischen den Menschen verliehen.

Feuchert ist als Leiter der international und national renommierten Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Justus-Liebig-Universität Gießen für die Konzeption und die Durchführung von Forschungsvorhaben verantwortlich. Zudem koordiniert er die Zusammenarbeit mit Schulen und außerschulischen Bildungsträgern.

Als Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur setzt sich Feuchert vornehmlich mit Texten der Holocaust- und Lagerliteratur wissenschaftlich und didaktisch auseinander. Dabei bilden Texte von Überlebenden des Holocaust einen Schwerpunkt. Zentrales Anliegen der Arbeitsstelle ist es, dafür zu sorgen, dass diese Texte der Nachwelt erhalten bleiben und in Wissenschaft, Schule und Öffentlichkeit rezipiert und diskutiert werden.

Ein weiteres wichtiges Ziel der Arbeitsstelle ist die Ausbildung künftiger Multiplikatoren durch den intensiven Dialog mit Schulen und Lehramtsstudierenden. Mit dieser Ausbildung künftiger Lehrkräfte trägt Feuchert in hohem Maße dazu bei, dass das Thema Holocaust auch künftig, wenn es keine Zeitzeugen mehr geben wird, durch die Vermittlung von Texten im Unterricht präsent bleibt. Feuchert begleitet seit den 90er Jahren Studienfahrten nach Auschwitz und gestaltet Gedenkstätten-Seminare mit.

Seit 1996 arbeitet Feuchert intensiv mit der Uni Lodz zusammen. Er ist Mitherausgeber der "Chronik des Gettos Lodz/Litzmannstadt". Feuchert hat zahlreiche Überlebende des Holocaust nach Gießen geholt, um mit Zeitzeugenberichten die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen wachzuhalten.

Als Vorsitzender des Literarischen Zentrums Gießen leistet Feuchert zudem einen zentralen Beitrag dazu, dass in Gießen auch verfolgte Autoren von ihren Erlebnissen berichten konnten. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sagte: "Professor Sascha Feucherts Arbeit und sein Engagement für das Gedenken und die Erinnerung an den Holocaust sind überragend. Ich bin glücklich darüber, dass wir ihn in die Reihe der würdevollen Medaillenträger aufnehmen können". Die Verleihung der Urkunde und Medaille soll am 28. August erfolgen. FOTO: DPA

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