Für das Prinzenpaar Prinz Sebastian I. und Carina I. wird es im Jahr 2021 keine Nachfolger geben. FOTO: NAL
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Für das Prinzenpaar Prinz Sebastian I. und Carina I. wird es im Jahr 2021 keine Nachfolger geben. FOTO: NAL

GFV sagt Großveranstaltungen ab

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Kein Prinzenpaar, keine Prunksitzung und auch kein Umzug durch die Innenstadt: Die Gießener Fassenachts-Vereinigung hat am Donnerstag alle Großveranstaltungen für die kommende Kampagne abgesagt.

Das dürfte für die Gießener Fassenachtsfreunde eine nur schwer zu verdauende Nachricht sein. "Unter Berücksichtigung der aktuellen Pandemiesituation sind wir einstimmig zum Ergebnis gekommen, alle Großveranstaltungen in der Kongresshalle für die kommende Kampagne auf Eis zu legen", sagt Arndt Niedermayer, Präsident der Gießener Fassenachts-Vereinigung. Sowohl aus wirtschaftlichen, aber vor allem auch aus gesundheitlichen Gesichtspunkten sei eine verlässliche und sichere Planung von Hallenveranstaltungen zurzeit einfach nicht möglich. Das gelte für den Ball sowie für die Weiber-, Senioren- und Prunksitzung gleichermaßen.

Als Fassenachtsverein könne man es sich nicht erlauben, für ein zweites Heinsberg zu sorgen. Der Pandemie fällt auch der Umzug an Faschingssonntag durch die Innenstadt zum Opfer. Zudem verzichtet die GFV "schweren Herzens auch auf die Inthronisation eines Prinzenpaares", heißt es in einem Schreiben des Präsidenten an die Mitglieder der GFV, mit dem Niedermayer das Ergebnis einer gemeinsamen Sitzung von Präsidium und Vorstand weitergegeben hat.

Nur kleinere Aktivitäten

In einem Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung begründet Niedermayer die Entscheidung zum einen mit der großen Ungewissheit, was die Narren in der Kampagne 2020/21 überhaupt erwartet, und zum anderen damit, dass nun Bestellungen und Buchungen für die anstehende Kampagne erfolgen müssten. Wirtschaftlich sei dies für einen gemeinnützigen Verein, der keine Rücklagen habe, ein zu hohes Risiko, sagt Präsident Niedermayer.

Der Gießener ist sich auch der Signalwirkung bewusst, die die Entscheidung der GFV auf andere Karnevalvereine im Landkreis haben kann. Manche Vereine hatten allerdings auch schon vor den Gießenern die kommende Kampagne abgesagt.

Normalerweise wären die Tanzgruppen bereits seit Ostern im Training, was jedoch aufgrund der Schließung der Sportstätten nicht möglich war. Ebenso müssten die Bands und die Orden bestellt werden. "Klar kann in einem halben Jahr alles anders sein, aber wir können jetzt nicht verlässlich planen", sagt Niedermayer.

Als ein komplettes Aus für alle Veranstaltungen will der Präsident die Entscheidung aber nicht verstanden wissen. "Das heißt nicht, dass es bei der GFV keinerlei fassenachtlichen Aktivitäten geben wird", sagt Niedermayer. Der Vorstand werde alles daransetzen, kurzfristig die eine oder andere Veranstaltung für die Mitglieder zu organisieren, so weit dies unter den dann geltenden Auflagen Anfang 2021 möglich sein wird.

Die aktuellen Trainingszeiten würden derzeit von den aktiven Gruppen genutzt. Man habe sich auch entschieden, einen geplanten Tanz-Workshop durchzuführen. "Auch um den Gruppenzusammenhalt zu fördern", sagt Niedermayer und ergänzt, dass im kommenden Jahr alle Tanzgruppenmitglieder unter 18 Jahre für ein Jahr beitragsfrei gestellt werden.

Junge Tänzerinnen zahlen keinen Beitrag

Dass es aller Voraussicht nach keinen Zug geben wird, begründet Niedermayer mit den zu erwartenden Auflagen - auch seitens der Stadt - und mit der Tatsache, dass kaum befreundete Vereine daran teilnehmen würden.

Weil die traditionell im Mai anstehende Mitgliederversammlung aufgrund der Pandemie nicht hatte stattfinden können, informierte Niedermayer die Mitglieder mit dem Schreiben auch über die Lage. "Maßvolle Änderungen in den Abläufen und den Veranstaltungsorten haben auf jeden Fall eines erreicht - unser Publikum war mit der letzten Kampagne hochzufrieden. Ob es die Admiral Music Lounge oder das Bürgerhaus in Rödgen waren, die kulinarische Versorgung des Ballpublikums oder das neue Gewand unseres Bräu der Tollitäten - am Ende waren alle begeistert", bilanziert Niedermayer.

Verbunden wurde sein Fazit mit einer Einladung an die Mitglieder zu einem Treffen in der Wagenhalle am 5. September. "So gibt es zumindest mal ein Wiedersehen", schrieb der Präsident, der wahrscheinlich dennoch manchen enttäuschten Narren trösten muss.

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