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Windig war’s. Größere Schäden bleiben aber aus. FOTO: SCHEPP

"Sabine" zeigt sich von ihrer milden Seite

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Gießen(chh). "Sabine" hat die Gießener ordentlich durchgeschüttelt - zumindest jene, die einen Fuß vor die Tür setzen mussten. Sechs heimische Schulen hatten angesichts des Orkantiefs den Unterricht am Montag vorsorglich ausfallen lassen. Die Schüler (und Lehrer) dürften diese Entscheidung begrüßt haben, selbstverständlich aus rein sicherheitsrelevanten Gründen.

Die Männer und Frauen der Gießener Feuerwehr konnten ihre Füße nicht hochlegen. Im Gegenteil: Bereits am Sonntagnachmittag mussten sie das erste Mal ausrücken, weil ein Baum auf den Schiffenberger Weg gefallen war. Das gleiche Szenario begegnete den Einsatzkräften im Laufe des Abends, der Nacht und im Verlauf des Montags noch mehrfach, zum Beispiel auf der Wilhelmstraße, der B 49 und der A 485 oder der Ludwigstraße. An der Moltkestraße hielt ein Bauzaun dem Wind nicht stand, die Feuerwehrleute konnten ihn jedoch wieder aufrichten und befestigen. In die Buddestraße wurden die Einsatzkräfte ebenfalls gerufen, der von der Fassade abgelöste Putz machte jedoch kein Eingreifen nötig. Anders an der Nordanlage. Am Gebäude der Arbeitsagentur hatten sich Bleche gelöst, was den Einsatz von Dachdeckern erforderlich machte. Bis zum späten Montagnachmittag waren die Gießener Feuerwehrleute sturmbedingt 14-mal im Einsatz.

Auch wenn die Bevölkerungswarnung inzwischen wieder aufgehoben worden und "Sabine" längst weitergezogen ist, bringt das Sturmtief auch für die kommenden Tage noch Einschränkungen mit sich. Die Stadt warnt zum Beispiel davor, den Stadtwald zu betreten, da von dem entstandenem Windbruch eine "akute Gefahr" ausgehe.

Keine akute Gefahr, aber akute Beeinträchtigungen hatte das Sturmtief für den Bahnverkehr zur Folge. Wer am Gießener Bahnhof am Montagmorgen auf einen Zug wartete, musste gute Nerven haben. Der Regionalverkehr stand zeitweise im gesamten Bundesland still, der Fernverkehr war durch auf die Gleise gestürzte Bäume ebenfalls betroffen.

Es waren übrigens nicht nur die Schüler der geschlossenen Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten, Max-Weber-Schule, Albert-Schweitzer-Schule, Helmut-von-Bracken-Schule, Grundschule Gießen-West und Friedrich-Ebert-Schule, die "Sabine" einen freien Tag zu verdanken hatten. Schließlich hatte das Kultusministerium in einer Pressemitteilung noch einmal klargestellt, dass bei extremen Witterungsverhältnissen grundsätzlich die Erziehungsberechtigten entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar ist. Volljährige Schülerinnen und Schüler haben selbst die Wahl. Kein Wunder also, dass auch viele Klassenräume der geöffneten Schulen am Montag wie leer gefegt waren.

Gleichzeitig haben die geöffneten Schulen gewährleistet, dass den Schülern keine Nachteile entstehen, wenn sie witterungsbedingt am Montag der Schule fernblieben. Und so dürfte in dem einen oder anderen Gießener Klassenraum das Einschalten des Fernsehers für wahre Jubelstürme gesorgt haben.

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