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Tarek Assam bei seiner Dankesrede, rechts daneben die Vorsitzende der Theaterfreunde Helga Göbel. Dahinter am Tisch sitzend der Vorstand (v. l.): Jochen Brauner, Ute Gerhard, Dr. Jürgen Gerhard. Jürgen Schlicht ist nicht zu sehen.

"Ritterschlag der Gießener Kulturszene"

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Gießen (dkl). Die Jahreshauptversammlung des Vereins der Theaterfreunde fand etwas später im Jahr statt als sonst üblich. Treffpunkt war wie gewohnt das KWA (Foyer des taT). Auch in diesem Jahr hatte der Vorstand eine taT-Vorstellung gekauft, um den Mitgliedern im Anschluss einen gemeinsamen Abend zu bereiten. Warum es diesmal eine Tanzaufführung war, erfuhren die Theaterfreunde am Ende der knapp einstündigen Mitgliederversammlung.

Die erste Vorsitzende Helga Göbel konnte in ihrem Rechenschaftsbericht auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Trotz Wegzug und altersbedingten Austritten ist die Mitgliederzahl auf 417 angestiegen. Und da die meisten einen freiwillig erhöhten Jahresbeitrag zahlen, ist die Finanzlage erfreulich. Ein besonders erfreulicher Termin war im vergangenen Jahr die Gratulation für das älteste Mitglied des Theatervereins: Prof. Gisela Distler-Brendel wurde 100 Jahre alt.

Bei den monatlichen Freitagstreffen wurden viele Bereich des Stadttheaters besucht, vorgestellt von den jeweils zuständigen Mitarbeitern. Den Start machte allerdings die Heckroth-Gesellschaft, die den Gießener Oscar-Preisträger vorstellte und von ihrer Arbeit berichtete, dem Organisieren der Preisverleihung an überregionale Bühnenbildner. Die Teilnehmenden lernen bei den Treffen die neuen Mitarbeiter kennen, erfahren etwas zu Inhalt und Konzeption der neuen Stücke. Als besonderes Highlight des vergangenen Jahres erlebte der Vorstand die Aufführung "Surrogate Cities" in der Osthalle. Dafür war beim Ministerium für Kunst und Wissenschaft ein Zuschuss beantragt und bewilligt worden. Auch der Stammtisch der Theaterfreunde, im Anschluss an die Freitagstreffen, erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Nachdem der Vorstand entlastet worden war und Schatzmeister Jürgen Schlicht angekündigt hatte, dass er bei der nächsten Vorstandswahl nicht mehr zur Verfügung steht, ging es zum letzten Tagesordnungspunkt. Es wurde wieder ein Ensemblemitglied geehrt und mit dem denkmal-Preis in Höhe von 5000 Euro bedacht. Dieses Mal war es der Gießener Ballettdirektor Tarek Assam, der von dieser Botschaft tatsächlich überrascht wurde. Vor ihm erhielten den Preis: Abdul M. Kunze, Lukas Noll, Jan Hoffmann und Martin Gärtner.

Aktuell 417 Mitglieder

In ihrer Laudatio stellte Göbel alle Wirkungsbereiche von Tarek Assam vor: die innovativen Ideen in seinen Choreografien, das Einbinden anderer Künstler, die kontinuierliche Organisation des TanzArt ostwest-Festivals, die Kooperationen innerhalb Europas und mit China. Dazu kommt sein berufsspezifisches Engagement in der Kulturstiftung des Bundes für Tanz, in der Ballettdirektoren-Konferenz, im Deutschen Bühnenverein und anderes mehr. Gelobt wurde auch sein Ziel "den Bildungsauftrag für die Region im Auge zu behalten und gleichzeitig das Interesse von Auswärtigen zu wecken".

Fast die gesamte Tanzcompagnie war versammelt und freute sich gemeinsam mit ihrem Chef über diese Ehrung. Die großformatige Urkunde in der Hand haltend, dankte dieser für diesen "Ritterschlag der Gießener Kulturszene". Er bezog in seinen Dank auch alle TCG-Mitglieder ein, ebenso Stadttheater-Intendantin Cathérine Miville, ohne die er seine Netzwerkarbeit gar nicht leisten könne.

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