Richtfest mit Feuerwehr-Kran und den beiden Bauherrinnen, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Landrätin Anita Schneider. FOTO: MÖ
+
Richtfest mit Feuerwehr-Kran und den beiden Bauherrinnen, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und Landrätin Anita Schneider. FOTO: MÖ

Großbaustelle

Richtfest für neuen Gießener Feuerwehr-Stützpunkt

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
    schließen

Die Arbeiten liegen vor dem Zeitplan, die Kosten sollen nicht weiter steigen: Beim Richtfest für den Feuerwehr-Stützpunkt im früheren US-Depot gab es gute Nachrichten und einen traurigen Moment.

Gut, dass es um einen Feuerwehr-Stützpunkt geht, sonst hätten Landrätin und Oberbürgermeisterin am Freitag keinen Kran gehabt, um den Richtkranz in die Höhe zu ziehen. So erledigte den Job ein Wechsellader der Berufsfeuerwehr. Denn die Baukräne auf der Großbaustelle im früheren US-Depot sind schon verschwunden. "Die Rohbauarbeiten liegen vor dem Zeitplan", freute sich OB Dietlind Grabe-Bolz über den mittlerweile unübersehbaren Baufortschritt auf der Nordseite der Straße Stolzenmorgen.

Coronabedingt war es erneut ein vergleichsweise kleiner Kreis, der sich bei strahlendem Sonnenschein vor der künftigen Fahrzeughalle der Berufsfeuerwehr zum Richtfest versammelt hatte. Feuerwehrfrauen und -männer aus den Wehren von Stadt und Kreiskommunen, Mitarbeiter des Katastrophenschutzes, Vertreter der parlamentarischen Gremien von Stadt und Kreis, der Baufirmen, vom Architektenbüro TRU und den Fachämtern mit Projektleiter Sebastian Bravetti an der Spitze waren zum "kleinen Richtfest" gekommen, dem im Frühjahr 2022 ein großes Einweihungsfest folgen soll. "Dann ist Corona hoffentlich nur noch eine dunkle Erinnerung", hofft die Rathauschefin.

Grabe-Bolz erinnerte daran, dass auf den Tag genau vor 19 Jahren beim Einsatz an den Türmen des World Trade Center 350 New Yorker Feuerwehrleute ums Leben kamen. "Auch bei uns sind Feuerwehrmänner und -frauen unter Einsatz ihres Lebens unterwegs", betonte Grabe-Bolz.

Aus Sicht von Landrätin Anita Schneider zeigt gerade auch wieder die Corona-Pandemie, wie wichtig es ist sei, dass die Politik auf eine "gute und bewährte Infrastruktur" im Bereich des Katastrophenschutzes zurückgreifen könne. Die Männer und Frauen bei Feuerwehren und Rettungsdiensten hätten es "mehr als verdient", gute und zeitgemäße Voraussetzungen für ihre Einsätze vorzufinden. "Die über 30 Millionen Euro für dieses Zentrum sind gut investiert in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger", sagte Schneider, die auch auf den 11. September 2001 einging. "Dieser Tag hat viel verändert und gezeigt, wie angreífbar wir sind".

Nach Angaben der beiden Bauherrinnen sind mittlerweile 62 Prozent aller Gewerke vergeben worden. Damit sei "ein Meilenstein" beim Bau des von Stadt und Kreis gemeinsam genutzten Gefahrenabwehrzentrums erreicht.

Die voraussichtlichen Kosten waren vom federführenden städtischen Hochbauamt zuletzt auf gut 33 Millionen Euro geschätzt worden. Das wäre "nur" eine Million mehr als der von Stadtparlament und Kreistag beschlossene Kostenrahmen. Erste ganz grobe Schätzungen waren vor vier Jahren von 22 Millionen Euro ausgegangen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare