Reptilienbörsen als Ansteckungsherd?

  • Burkhard Möller
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Gießen(mö). Umstritten sind sie seit Jahren, nun kommt die Corona-Pandemie als zusätzliches Argument gegen die Durchführung der Reptilienbörsen hinzu. Die Gefahr einer sogenannten Zoonose, einer Krankheitsübertragung von Tieren auf Menschen, hat die AfD im Stadtparlament thematisiert.

Auf Anfrage der AfD-Fraktionschefin Sandra Weegels hatte der Magistrat erklärt, dass dem Ordnungsamt gegenwärtig keine neuen Ausstellungstermine bekannt sind. Vor der Corona-Pandemie habe es pro Jahr im Frühjahr und Herbst jeweils eine Börse gegeben.

Zuständig für die Kontrollen dieser Ausstellungen seien die beim Kreis angesiedelten Gesundheits- und Veterinärämter. Sollte es neue Anträge auf Durchführung von Reptilienbörsen geben, würden diese Fachbehörden angehört. Ein Veranstaltungsverbot wäre aber nur gerechtfertigt, wenn diese Behörden "aus fachlicher Sicht Bedenken oder Einschränkungen geltend machen", erklärte Bürgermeister Peter Neidel (CDU).

Das Thema Reptilienbörse ist im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie hochgekocht. In Nordrhein-Westfalen forderte die Tierschutzorganisation PETA ein dauerhaftes Verbot der deutschlandweit größten Börse Terraristika in Hamm. "Viele der auf solchen Märkten angebotenen exotischen Tiere sind durch tagelange Transporte in winzigen Plastikboxen stark geschwächt und können als Überträger von Zoonosen ein großes Risiko darstellen. Ein Verbot ist zum Schutz der Bevölkerung und auch aus Tier- und Artenschutzgründen unumgänglich", erklärte PETA in einer Presseerklärung.

Auch in Gießen, wo die Ausstellungen bislang in den Hessenhallen stattfanden, ist PETA in den letzten Jahren mit der Forderung in die Öffentlichkeit gegangen, den Veranstaltern der Reptilienbörse keine Hallen mehr zur Verfügung zu stellen.

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