Menschenleer ist die Strandpromenade im Urlaubsort Cala Millor auf Mallorca. Seit Montag gilt in Spanien eine Ausgangssperre. FOTO: DPA
+
Menschenleer ist die Strandpromenade im Urlaubsort Cala Millor auf Mallorca. Seit Montag gilt in Spanien eine Ausgangssperre. FOTO: DPA

Rennradler sitzen auf "Malle" fest

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
    schließen

Gießen(mö). Der März ist der Monat, in dem es auch aus dem Raum Gießen viele Rennradfahrer nach Mallorca zieht. In der Frühlingssonne der Balearen werden die ersten 700, 800 Kilometer gestrampelt, um eine Grundlage für die lange Saison zu erhalten. Bei einer größeren Gruppe der Radfahrvereinigung Kleinlinden um den Vorsitzenden Wolgang Rinn, die am Wochenende aus Mallorca zurückgekehrt ist, hat das auch noch geklappt.

Andere Radtouristen aus Gießen, die Mitte vergangener Woche in den Süden aufgebrochen sind, hat die Coronakrise dagegen erwischt. "Am Sonntag war das hier eine Geisterstadt", berichtet der frühere GAZ-Stadtredaktionsleiter Guido Tamme aus Alcudia im Nordosten Mallorcas.

Am Samstag hatte Spaniens Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen, seit Montag gilt eine Ausgangssperre. Am Sonntag hatte die fünfköpfige Gruppe um Tamme noch eine Tour in die Berge zum Kloster Lluc gefahren, danach mussten sie ihre Leihräder abgeben, obwohl sie die bis Ende dieser Woche gemietet hatten.

Unter den Radfahrern habe am Sonntag Chaos geherrscht, weil die Ausgangssperre erst ab Montag gilt, aber auf Mallorca von der Polizei bereits am Sonntag umgesetzt worden sei. "Wir sind Nebenstraßen gefahren, kurz vor dem Hotel hat uns dann eine Polizeistreife aufgefordert, ins Quartier zu fahren", berichtet der Allendorfer.

Der größte Radreisen-Veranstalter auf Mallorca hatte seinen Kunden geraten, die Insel am Montagmorgen zu verlassen, aber das ist einfacher gesagt als getan. Tamme: "Viele versuchen, einen früheren Heimflug zu bekommen. Wir haben auch angefragt". Sollte es mit der frühzeitigen Abreise nicht klappen, hofft die Gruppe, bis zum Ende der Woche im Hotel bleiben zu können, um dann planmäßig zurückzufliegen. Ganz große Sorgen machen sich die ausgebremsten Radsportler noch nicht, alle seien wohlauf. "Am Montag hat es geregnet, da wollten wir ohnehin einen Ruhetag einlegen. Deshalb ist die Stimmung noch gut", berichtet Tamme. Nachdem die Straßen der Küstenstadt am Sonntag menschenleer gewesen seien, seien sie am Montag etwas voller gewesen. Viele Hotelgäste seien mit Einkaufsbeuteln losgezogen, um sich mit dem Nötigsten einzudecken.

Gute Wünsche vom Vorstand der RV

Gute Wünsche an die Gestrandeten kommen per Whatsapp vom RV-Vorsitzenden Wolfgang Rinn: "Grüße im Namen des gesamten Vorstands. Wir hoffen, ihr kommt alle gesund und so schnell wie möglich zurück."

Noch müssen Mallorca-Rückkehrer keine Vorkehrungen wie eine häusliche Quarantäne treffen, denn - Stand Montag - ist in Spanien bislang nur die Hauptstadt Madrid vom Robert-Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare