Ilona Surrey zeigt opulente Blütenträume im Frauenkulturzentrum.
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Ilona Surrey zeigt opulente Blütenträume im Frauenkulturzentrum.

Realität und Imagination

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Gießen (bf). Ein Festmahl für die Imagination verspricht die neue Ausstellung im Frauenkulturzentrum. Ilona Surreys attraktive Arbeiten tragen den Titel "Opulente Blütenträume" und sprechen die Besucher mit kraftvollen Farben und klaren Strukturen an. Entstanden sind sie aus digitalen Fotografien der Künstlerin.

Surrey stammt aus Frankfurt. Bevor sie lange Zeit als Fotografin im journalistischen Bereich tätig war, studierte sie Soziologie. Später begann sie, "nach visuellen Ausdrucksmöglichkeiten abseits der objektiven Wirklichkeit zu suchen", sagt sie. "Dann fing ich an, mit meinem Rechner zu malen und neue Werke aus meinen Fotografien zu schaffen. Mich faszinieren Strukturen, Farben und Licht sowie das Spiel mit Realität und Imagination. Ich möchte die Seele ansprechen und die Fantasie beflügeln." Surrey lebt in Laubach.

Erst das Foto, dann das Bild

Präsentiert werden zwei Werkgruppen, florale Motive und die Städtebilder. Beide beruhen auf Surreys digitalen Fotografien, die später am Rechner weiterentwickelt wurden. Man sieht Fotodrucke auf Leinwand und Büttenpapier.

Die Arbeiten zeigen überwiegend florale Motive, Blüte und Pflanzen, die nicht den Eindruck des Fotorealismus erwecken. Dazu befasst sich Surrey viel zu deutlich mit der Gestaltung. Die Bildanmutung ist generell eindeutig malerisch, wenngleich die Motive als solche immer erkennbar bleiben. Doch die Bearbeitung erfolgt mit einem eindeutig malerischen Ziel, im Detail durchaus abstrahierend, wenn es um die Wirkung geht. Surrey konzentriert sich vorrangig auf Farbwerte und Strukturen und schafft einen kontrastreichen, plastisch wirkenden Bildeindruck. Bisweilen verschwindet sogar die nüchterne Leinwandstruktur, fast sieht man einen Pinselstrich. Schließlich werden manche Fotos bereits mit der Absicht zur malerischen Umsetzung aufgenommen. Manche Werke tragen klare aquarellistische Merkmale, wobei sich die Strukturen frei vom Gegegenständlichen lösen und sich Flächen und Räume in reine Kontraste auflösen.

Weniger schlagkräftig erscheinen die Stadtansichten in der zweiten Abteilung. "Frankfurt Skyline" etwa wirkt eher steril in seiner den Oberflächen brav folgenden Farbflächigkeit, sie bleibt ungenau. "Lichte Wege" wiederum verharrt in seiner fast richtungslosen, unscharfen Sichtweise abseits einer denkbaren Prägnanz: zu wenig wurde in die Struktur investiert, als dass sich das Auge des Betrachters auf etwas Bestimmtes richten könnte. Anders die attraktive "Chicago Skyline", auf hochwertigem Büttenpapier, die Surrey, wie viele Arbeiten, ins Malerische übersetzte. Hier beginnen Strukturen sich aufzulösen, das Werk verströmt eine comichafte, etwas unwirkliche Atmosphäre, und man könnte sich eine weitergehende Auflösung in die abstrakte Farb- und Formenwelt gut vorstellen.

Wer zu den normalen Öffnungszeiten keine Gelegenheit haben, die bis 24. August laufende Ausstellung anzusehen, besteht die Möglichkeit, an jedem vierten Samstag im Monat die Arbeiten in Ruhe anzuschauen. Nächster Termin: Samstag, 27. Juli, 11 bis 13 Uhr. Ilona Surrey wird anwesend sein.

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