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Ratten plagen Anwohner in der Gießener Lindengasse

Wegen eines erhöhten Rattenvorkommens in der Lindengasse in Gießen hat das Ordnungsamt nun reagiert. Giftköder wurden ausgelegt.

Gießen (khn). Seit Anfang dieses Jahres ärgert sich ein Anwohner über die Hygienezustände im Bereich der Lindengasse und der Brandgasse. Der Redaktion und dem Ordnungsamt schickte er wiederholt Fotos mit vermüllten Gehwegen - und dem Hinweis, dass dort viele Tauben und Ratten unterwegs seien. Das Ordnungsamt der Stadt hat nun reagiert und die betroffenen Anlieger in die Pflicht genommen.

Wie die Pressestelle der Stadt auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, habe das Ordnungsamt nach den seit Anfang des Jahres eingehenden Beschwerden »umgehend« eine erste Kontrolle vorgenommen. Dabei hätten die Mitarbeiter eine »erhöhte Rattenpopulation« feststellen können. Von einer erhöhten Population spricht man, wenn nicht nur einzelne Tiere, sondern mehrere gleichzeitig vorgefunden werden.

Das Ordnungsamt habe daraufhin die betroffenen Anlieger dazu verpflichtet, einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen, dort tätig zu werden, heißt es weiter. Die Anwohner hätten entsprechende Nachweise vorgelegt. Weitere Anrainer der Lindengasse seien aufgefordert worden, ihre Abfallbehälter so aufzustellen, dass Ratten und andere Tiere keinen Zugang dazu haben. »Nun muss man den Fachleuten aus der Schädlingsbekämpfung die Zeit für ihre Arbeit geben«, teilt die Pressestelle der Stadt mit. »Das Ordnungsamt überwacht die Durchführung der erlassenen Anordnungen.«

Passanten sind die Rattenfallen im Bereich Lindengasse/Brandgasse bereits aufgefallen. Bedeuten sie eine Gefahr beispielsweise für Hunde? Die Stadt verneint: Ausgelegte Rattenfallen, in denen die Giftköder innen zu finden sind, seien normal. Das Gift dürfe aber nicht offen auf der Straße liegen. Sollte dies der Fall sein, bittet das Ordnungsamt um Hinweise. »Dann ist etwas schief gelaufen und wir würden den entsprechenden Schädlingsbekämpfer umgehend kontaktieren.«

Bereits 2019 hatten die Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) eine breit angelegte und öffentlichkeitswirksame Kampagne gestartet. Titel: No food, no rats (zu Deutsch: Kein Essen, keine Ratten). Grob geschätzt gibt es in Gießen 400 000 dieser Tiere. Die Nager können bis zu 120 Infektionskrankheiten übertragen, verunreinigen Nahrungsvorräte und beißen sich zum Beispiel auch durch Stromkabel.

Um ihre Verbreitung zu verhindern, appellieren MWB, Stadtreinigungs- und Gartenamt an Gießener Bürger, keine Essensreste in den Abfluss zu werfen und keinen Abfall in Parks, Höfen oder neben Mülleimern liegen zu lassen. Denn je mehr Futter den Ratten serviert werde, betonten die Initiatoren, desto schneller würden sich die Nager auch vermehren.

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