Rathaus: Jalousien-Problem kommt Stadt teuer zu stehen

Gießen (mö). Auch gut zweieinhalb Jahre nach der Einweihung des neuen Rathauses am Berliner Platz ergeben sich immer wieder Nachbesserungs- und Nachrüstungsnotwendigkeiten. Die neueste betrifft die an der Außenwand installierte Jalousien-Anlage, die das Verwaltungszentrum bei Sonne komplett braun erscheinen lässt.

Die Anlage indes hatte sich als nur bedingt tauglich erwiesen und musste nun ergänzt werden, und zwar um einen Lichtschutz, der innen angebracht worden ist. Dies bestätigte Stadtsprecherin Claudia Boje auf Anfrage. Die Anschaffung neuer Innenjalousien habe rund 100 000 Euro gekostet und müsse, anders als bei anderen nachträglichen Arbeiten, die noch von den Baufirmen im Zuge der Gewährleistung bezahlt worden seien, von der Stadt selbst getragen worden.

Wie Boje erläutert, besteht das Problem bei den Außenjalousien darin, dass sie sich ab einer gewissen Windstärke nach oben fahren und dort verbleiben. Habe gleichzeitig die Sonne geschienen, sei Bildschirmarbeit in etlichen Büros nicht mehr möglich gewesen. "Die Mitarbeiter konnten nichts mehr sehen", berichtete die Magistratssprecherin. Da ein ausreichender Sichtschutz auch eine Arbeitsschutzmaßnahme darstellt, sei nicht anderes übrig geblieben, als nachzurüsten, so Boje. Wie sie sagte, seien davon rund 250 Büros und damit 70 bis 80 aller Arbeitsräume betroffen. Hinzu sei die Notwendigkeit gekommen, auch im Sitzungssaal der Stadtverordneten eine neue Innenjalousie anzubringen, die elektrisch bedient wird. Alleine dafür entstünden Kosten in Höhe von rund 20 000 Euro.

Wie berichtet, waren seit der Einweihung einige Mängel zu beseitigen, was für ein technisch komplexes Großgebäude aber nicht ungewöhnlich ist. Probleme gab es unter anderem mit der Belüftung von an der Atriumseite gelegenen Büros, die daraufhin in Besprechungszimmer umgebaut werden mussten. Auch die Drehtüren bereiteten zunächst ebenso Probleme wie der Empfang, der eingehaust wurde, und das Stadtbüro, das nachträglich eine Glasfront erhielt. Im Sitzungssaal streikte die Mikrofonanlage, auf einige Geländer mussten Schutzgitter geschweißt werden, in die Tiefgarage trat anfangs Wasser ein. Die längst gekitteten feinen Öffnungen im Beton sind der Grund dafür, warum zwischenzeitlich rund 14 000 Beanstandungen gezählt wurden, da jeder Haarriss als Einzelmangel zählt.

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