Am Rande notiert

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Ein anschauliches Beispiel, wie Gerüchte und Verschwörungstheorien entstehen, lieferte am Montagabend die Fragestunde an den Magistrat. Der Stadtverordnete Michael Janitzki (Gießener Linke wollte wissen, wie sich die Corona-Pandemie in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (HEAE) in den letzten Wochen entwickelt hat.

Um seine Frage beantworten zu können, bat Janitzki den Magistrat, "bei den Verantwortklichen der HEAE Erkundigungen einzuholen". Natürlich könnte er sich selbst beim Gießener Regierungspräsudium erkundigen, aber seine Bühne ist halt das Stadtparlament.

Da Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) offensichtlich keine Lust hatte, sich in die Angelegenheiten und die Kommunikation des RP einzumischen, bekam Janitzki keine Antworten von ihr. Als der Linken-Stadtverordnete dem Magistrat daraufhin Desinteresse an dem Thema unterstellte, erwiderte Grabe-Bolz, der Magistrat verfüge über "interne Informationen", die er nicht veröffentlichen werde. Das wiederum klang nach Thomas de Mazière ("Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.").

Die "Geheimzahlen" kann man übrigens auf der Homepage des RP in einer aktuellen Presseinformation nachlesen. In der Gesamt-HEAE mit ihren Standorten in der Rödgener Straße in Gießen, in Büdingen, Rotenburg/Fulda, Neustadt und Kassel-Niederzwehren seien bislang neun Personen positiv auf Covid-19 getestet und umgehend isoliert worden. Acht von ihnen seien inzwischen genesen, eine Bewohnerin befinde sich noch in einem Krankenhaus. Man könnte noch hinzufügen, dass in Hessen noch keine Erstaufnahmeeinrichtungen komplett unter Quarantäne gestellt worden ist. (mö)

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