Axel Lührmann erklärt den Kindern die Konstruktion der großen Rakete. FOTO: SEG
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Axel Lührmann erklärt den Kindern die Konstruktion der großen Rakete. FOTO: SEG

Raketen aus Filmdosen bauen

  • vonSebastian Schmidt
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Gießen(seg). Auf dem Schulhof der Brüder-Grimm Schule geht es laut her: Schreiende Kinder laufen herum, nur unterbrochen von einem gelegentlichen "Flopp"-Geräusch. Axel und Leonie Lührmann bauen im Ferienprogramm mit sechs Kindern Raketen und lassen sie in die Luft steigen - mit hörbarer Begeisterung bei den Kleinen.

Der Trick mit der Brause

"Ich mache das jetzt schon seit 20 Jahren in zehn Gemeinden", sagt Axel Lührmann. Dieses Jahr sei es aber schon ein bisschen anders wegen Corona. Er erklärt: "Viele Gemeinden haben die Anzahl der Kinder auf zehn Teilnehmer beschränkt." In Gießen müssen die Kinder, die an einem Kurs teilnehmen, sogar aus wenigen gemeinsamen Schulklassen stammen. Er sagt: "Man merkt aber auch, dass viele Eltern noch Angst haben." Das Raketenbauen mit nur sechs Kindern in Gießen ist seine kleinste Feriengruppe dieses Jahr. Die jungen Raketeningenieure lassen sich davon aber nicht abschrecken. Erst ein wenig schüchtern, schnell aber sehr aufgeregt hören sie dem Kunsthandwerker zu, wie er die einzelnen Arbeitsschritte für die kleine Rakete erklärt. Zuerst müssen die Grundschüler aus einem Stück Pappe die Spitze der Rakete ausschneiden. Dann hält Axel Lührmann eine Filmdose in die Luft und fragt die Kinder: "Weiß jemand was das ist?" Darauf folgt erst einmal Schweigen.

Nur eines der Kinder meldet sich und sagt, er habe das schon einmal gesehen: "In meinem Chemiekasten war so etwas." Von den sechs Schülern weiß auf Anhieb niemand, dass man darin früher die Filme von Kameras aufbewahrt hat. Erst mit Nachhilfe des Kursleiters verstehen sie den Verwendungszweck. Das ist in Zeiten von Digitalkameras kein Wunder.

Die Kinder drehen die Dose mit dem Boden nach oben und kleben dort die Spitze an. Dann kommt der Raketentreibstoff an die Reihe. Jedes Kind bekommt eine Tablette. Sie rufen "Mentos!" Aber eine kurze Geschmacksprobe und die sich verziehenden Gesichter zeigen, dass es Brause ist. Die Filmdose wird zu einem Drittel mit Wasser gefüllt, ein Viertel der Brausetablette hineingetan, der Deckel verschlossen und die Rakete auf den Boden gestellt. Dann heißt es abwarten, bis das erste "Flopp"-Geräusch ertönt. Die Raketen steigen bis zu drei Metern in die Luft und lautes Lachen ertönt über den Hof, sodass angrenzende Handwerker einen Blick hinüberwerfen.

Erst klein, dann größer

Danach baut der Kurs die zweite, größere Rakete. Der Kursleiter sagt: "Die fliegt sogar bis zu zehn Meter hoch." Hierzu dürfen die Kinder mit einer Laubsäge die Teile aus Pappe ausschneiden. Das ist für die Grundschulkinder eine aufregende Sache.

Die selbst gebauten Raketen dürfen die Kinder auch mit nach Hause nehmen. Axel Lührmann empfiehlt ihnen: "Mit den kleinen Raketen könnt ihr gut eure Eltern erschrecken."

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