15 Kinder und Jugendliche haben das großflächige Kunstwerk mit Unterstützung der RDS-Crew geschaffen. FOTO: IGE
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15 Kinder und Jugendliche haben das großflächige Kunstwerk mit Unterstützung der RDS-Crew geschaffen. FOTO: IGE

Per Rakete durchstarten

  • vonRoland Schicho
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Gießen(ige). Bereits im vergangenen Jahr hatten sich fast 30 Kinder und Jugendliche aus der Nördlichen Weststadt an einem Graffiti-Projekt beteiligt, bei dem eine Garagenrückwand verschönert wurde. Den Kids, Nachbarn sowie der Wohnbau als Eigentümerin des Garagengebäudes gefiel diese Aktion so gut, dass es nun eine Neuauflage gab. Die Quartiersmanagerinnen Annke Rinn und Nora Kohl waren mit von der Partie.

Die jetzt beteiligten Kinder und Jugendlichen waren bei einer Planungswerkstatt Ende September nach dem Motiv des Graffito gefragt worden. Das Weltall hatte sich dabei als eindeutiger Favorit entpuppt. Nun wurde der gut 20 Meter lange Schriftzug in der Pater-Delp-Straße vorgestellt.

Sternenhimmel zu entdecken

Die drei Sprayer der RDS-Crew ("Rock den Style"), die auch beim ersten Projekt künstlerisch verantwortlich zeichneten, gestalteten zunächst den Hintergrund tiefschwarz, "matt-rußig". Danach zeichneten sie die Elemente vor. Dann konnten die 15 Kinder und Jugendlichen im Alter von acht bis 14 Jahren jeweils einzeln und unterstützt von RDS die Flächen ausfüllen.

Der Betrachter ist im ersten Moment von einem düsteren Motiv irritiert. Doch beim genaueren Hinsehen ist auf dem Super-Breitwandformat ein Sternenhimmel zu entdecken, in den man optisch eintaucht. So sind verschiedene Planeten sichtbar, eine Rakete steigt auf.

Den Blick auf die Erdkugel gerichtet, dominiert ein Astronaut die linke Seite der Wand. Vorgegeben unterteilt ist die Szenerie durch einen Baum und einen Busch. Auf der Rakete ist auf den zweiten Blick der Schriftzug "Gießen West" zu erkennen.

Stadträtin Astrid Eibelshäuser sieht mit dem Projekt ein Hilfsmittel, das neue Zentrum im Mittelpunkt des Quartiers zu festigen. Denn in dem direkt daneben liegenden Gebäude Pater-Delp-Straße 24, das der Wohnbau gehört, sitzt das Stadtteilbüro, in dem das Diakonische Werk Gemeinwesenarbeit (GWA) betreibt. "Nach den ganzen Corona-Monaten, in denen den Kindern viele Aktivitäten nicht zugänglich waren, ist das Projekt eine schöne Sache", sagte Eibelshäuser, Dezernentin für die soziale Stadterneuerung.

Dr. Anna Hoffmann, die diesen Schwerpunkt für die Stadt Gießen koordiniert, betont, dass die Kinder und Jugendlichen ihr Wohnumfeld gestalten. Gefördert wird dies finanziell aus Mitteln des Programms "Sozialer Zusammenhalt". 70 Prozent kommen aus diesem Fördertopf, vorausgesetzt die Stadt schießt die restlichen 30 Prozent zu. Der Finanzrahmen von insgesamt 3000 Euro wurde nicht überschritten. Durch einen günstigen Farbeneinkauf war der Etat nicht vollständig ausgeschöpft worden.

Am Hochhaus in der Pater-Delp-Straße 24 sind weitere Neuerungen geplant, zum Beispiel im Eingangsbereich, an den Pflaster- und Rasenflächen, den Fliesen vor der Tür sowie an der Briefkastenanlage.

Auch sollen andere Wege- und Sitzflächen entstehen, Bäume, Hecken und Sträucher gepflanzt werden.

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