Gießener Dauerthema: Am Anlagenring fehlen Radfahrstreifen. Foto: Schepp
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Gießener Dauerthema: Am Anlagenring fehlen Radfahrstreifen. Foto: Schepp

Radfahrer können Gießen benoten

  • Burkhard Möller
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Gießen(mö). Ist Radfahren in Gießen Spaß oder Stress? Tut die Stadt genug für den Radverkehr? Fühlen sich Zweiradfahrer auf Gießens Straßen eher sicher oder unsicher? Gibt es genug Abstellplätze? Auf solche Fragen geben alle zwei Jahre zahlreiche Radfahrer/innen beim Fahrradklima-Test des Allgemeinen Fahrradclubs Deutschland Antworten und benoten damit die Situation in ihrer Stadt.

Das können Radler jetzt auch wieder in Gießen tun, und zwar unter www.fahrradklima-test.de im Internet.

Neben dem ADFC hat auch die Stadt Gießen zur Teilnahme aufgerufen. Für Politik und Verwaltung seien die Kommentare eine wichtige Rückmeldung aus Sicht der Alltagsexperten. "Wir wissen, dass Menschen gerne und viel Rad fahren, wo es sich komfortabel und sicher anfühlt. Deshalb rufen wir dazu auf, bei der Befragung mitzumachen. Ihre alltäglichen Erfahrungen im Straßenverkehr werden gebraucht", sagt Gießens Verkehrsdezernent, Bürgermeister Peter Neidel.

An der Umfrage, die noch bis zum 30. November läuft und die vom Bundesverkehrsministerium unterstützt wird, können alle teilnehmen, egal, ob sie jung oder alt sind, viel oder wenig radeln, mit dem Rad zum Job pendeln oder lieber ins Grüne fahren. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2021 präsentiert werden.

Bei den bisherigen Tests - 2018 benoteten 400 Teilnehmer die Situation in Gießen - gab es allenfalls mittelmäßige Bewertungen. Unsicherheitsgefühl, Konflikte mit Autofahrern, zugeparkte und zu schmale Radwege, lange Wartezeiten an Ampeln und die vielen Diebstähle von Zweirädern sorgten für Verdruss. Nur mit einer 3,9 wurden die Gegebenheiten für Radfahrer in Gießen 2018 benotet. Unter 60 Städten zwischen 50 000 und 100 000 Einwohnern belegte Gießen Rang 33, neun Plätze hinter der Nachbarstadt Marburg. Auch 2016, 2014 und 2012 reichte es jeweils nur zu einer guten Vier.

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