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Dieser Weg an der Lahn wird zwischen Hüttenweg und Wieseckmündung bis November gesperrt.

Rad- und Fußweg an der Lahn gesperrt

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Gießen (pm). Schon viele Jahrzehnte - für die Bevölkerung unbemerkt - leitet der Hauptsammler das Abwasser der Bewohner großer Teile Gießens und einiger Orte der Gemeinden Buseck, Reiskirchen, Grünberg und Fernwald in das Gießener Klärwerk. Damit leistet er wertvolle Dienste. Die damaligen Arbeiter haben bei der Errichtung des Hauptsammlers offenbar hervorragende Arbeit geleistet, denn sonst hätte dieser Kanal nicht so lange die wichtige Abwasserbeseitigung vollbringen können.

Aber nach 115 Jahren nagt nun der Zahn der Zeit am Kanal. Deswegen müssen die Mittelhessischen Wasserbetriebe nun einen 470 Meter langen Teilabschnitt des mit Klinkermauerwerk gemauerten Großprofilkanales sanieren. Der Abwasserkanal in Form eines Ei-Profiles ist ca. 1,95 Meter hoch und ca. 1,50 Meter breit. Bei den turnusmäßigen Inspektionen durch Begehungen wurden Mängel festgestellt, deren Schadensbild eine kurz- bzw. mittelfristige Sanierung zwingend erforderlich machen, denn bei dem Abwasser-Hauptsammler handelt es sich um die »Hauptschlagader« des Gießener Kanalnetzes.

Die Sanierung des gesamten ca. 1500 m langen Kanales zwischen Bahnhofstraße, Ecke Alicenstraße, und Klärwerk erfolgt abschnittsweise. Ein 140 m langer Teilabschnitt zwischen Bahnhofstraße und Sieboldstraße konnte bereits im Jahr 2018 im Schlauchliningverfahren unterirdisch saniert werden. Nun soll der nächste Teil im Bereich der Lahn zwischen Henriette-Fürth-Straße und Klärwerk, ebenfalls im Schlauchliningverfahren, für die nächsten Jahrzehnte ertüchtigt werden.

Es gibt nur wenige Firmen in Deutschland, die in der Lage sind, eine solch anspruchsvolle, an die Grenze des technisch Machbaren gehende, Sanierung durchzuführen. In der Firma Aarsleff Rohrsanierung GmbH wurde ein erfahrenes Unternehmen gefunden. Die komplette Planung, Projektsteuerung, Ausschreibung und Bauüberwachung wurde bzw. wird von den MWB selbst durchgeführt.

Die technisch aufwendigen Sanierungsarbeiten sollen am heutigen Mittwoch beginnen und Mitte November abgeschlossen sein. Um die Sanierungsarbeiten ausführen zu können, muss der Kanal zunächst trockengelegt werden. Das Abwasser wird für den Zeitraum der Arbeiten über eine oberirdische Pumpleitung umgeleitet. Dazu wird eine Pumpenstation aufgestellt. Diese fördert das ankommende Abwasser (bis zu 1600 Liter/Sekunde) und leitet es durch oberirdisch verlegte Stahlrohre auf dem entlang der Lahn verlaufenden Rad- und Fußweg zum Klärwerk. Deshalb ist es erforderlich, den Weg zwischen Hüttenweg und Wieseckmündung für die gesamte Bauzeit zu sperren und eine Umleitung anzubieten.

Vor dem Einbau der Schlauchliner sind Vorsanierungen in dem begehbaren Kanal erforderlich. Geräuschlos können die ganzen Arbeiten nicht vonstattengehen, insbesondere der Einbau der Schlauchliner an zwei Tagen, von den frühen Morgenstunden bis in den Abend hinein, kann zu Lärmbelästigungen führen. Die MWB bitten um Verständnis für diese Maßnahme, besonders bei den Bewohnern der Henriette-Fürth-Straße 21 bis 31.

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