Mit Qualität am Markt positionieren

Gießen (ck). Rund 130 000 Besucher hatte das Mathematikum im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Dies sei etwas weniger als erwartet gewesen, sagte am Mittwoch Prof. Albrecht Beutelspacher bei der Vorstellung des Programms für das erste Halbjahr 2014.

Als Gründe nannte der Leiter des mathematischen Mitmachmuseums den schönen Sommer, der potenzielle Gäste vom Besuch abgehalten habe, sowie "das schwieriger werdende Geschäft mit den Schulen". Die Schüler seien enorm belastet und hätten so weniger Zeit, ins Mathematikum zu kommen. Vonseiten des Museums aus wolle man darauf mit speziell auf Schulen zugeschnittenen Angeboten reagieren, um die Zahlen wieder nach oben zu treiben.

Darüber hinaus haben Beutelspacher und sein Team wieder ein hochwertiges Programm an Veranstaltungen vorgesehen. Es sei ohnehin das Ziel des Mathematikums, "sich mit Qualität auf dem Markt der Freizeitangebote zu positionieren". Ein Höhepunkt ist für den Museumsleiter die Ausstellung "Was für ein Zufall!", die am 7. März eröffnet wird und vier Wochen dauert. Dabei handele es sich um eine Weiterentwicklung einer bereits 2011 gezeigten Ausstellung, die sich um die Themen Zufall, Statistik und Wahrscheinlichkeit dreht und die vor allem für Schulen interessant sei.

Vom 11. April bis 11. Mai werden im Rahmen der Reihe "Zeitgenössische mathematische Kunst" mit Ulrich Mikloweit, Friedhelm Kürpig, Rinus Roelofs und Ueli Wittorf vier internationale Künstler unter dem Motto "Ecken und Kanten – europaweit" ihre Werke präsentieren. Dazu seien im Rahmenprogramm Mitmachaktionen geplant, "um den Besuchern einen Zugang zu den Objekten zu ermöglichen", so Beutelspacher.

Vom 19. Juni bis 7. September sind – nach 2011 zum zweiten Mal – unter dem Titel "Physik interaktiv" Werke der Phaenomenta Flensburg im Mathematikum zu sehen.

20 Jahre "Mathematik zum Anfassen"

Unter den besonderen Veranstaltungen hob Beutelspacher das Jubiläum "20 Jahre Mathematik zum Anfassen" hervor. Am 21. Februar werden Mitarbeiterinnen der ersten Stunde von ihren damals gemachten Erfahrungen berichten. Zudem werden Exponate aus der Anfangszeit, die in Gänze oder in Teilen überlebt haben, gezeigt.

Am 25. Februar freut man sich im Mathematikum auf Daniel Tammet, der aus seinem Buch "Die Poesie der Primzahlen" lesen wird und dabei die Besucher in seinen Essays auf einen Spaziergang durch die Welt der Mathematik mitnehmen wird.

Im Rahmen der Landesgartenschau wird es vom 29. Mai bis 1. Juni in der Wieseckaue unter dem Motto "Wissen findet Stadt" zu einem Treffen der deutschen Science Center kommen. Laut Beutelspacher haben sich bisher acht Einrichtungen angekündigt, darunter das Chemikum Marburg, Phaeno Wolfsburg, Experimenta Frankfurt, Dynamikum Pirmasens sowie Wortreich Bad Hersfeld, um den Gästen der Landesgartenschau mehrmals täglich Deutschlands beste Experimente vorzustellen. Begleitet wird das lange Wochenende von einem abwechslungsreichen Showprogramm, bei dem auch der WDR-Wissenschaftsjournalist Joachim Hecker interessante und unterhaltsame Experimente vorstellen wird.

Weiterhin wies der Museumsleiter auf "Die lange Nacht der Mathematik" am "Pi-Day", dem 14. März, hin sowie auf den internationalen Museumstag am 18. Mai, an dem unter anderem erläutert werden soll, in welchen Teilen des Globus Experimente des Mathematikums bereits gezeigt wurden.

Das Halbjahresprogramm wird komplettiert unter anderem von Führungen, Kindervorlesungen, Fortbildungsveranstaltungen sowie "Beutelspachers Sofa", auf dem wieder interessante Gäste ihre Beziehungen zur Mathematik preisgeben werden.

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