Das international besetzte Ensemble bietet alles, was Akteure im Musicalbereich beherrschen müssen. FOTO: HAS
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Das international besetzte Ensemble bietet alles, was Akteure im Musicalbereich beherrschen müssen. FOTO: HAS

Vom Publikum umjubelt

  • vonDr. Hans-Wolfg. Steffek
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Zu den ersten Gastspielen im neuen Jahr in der Kongresshalle gehören mittlerweile regelmäßig die von Reinhold Vatter präsentierte Musical- Highlights. Das Ensemble konnte auch diesmal nahtlos an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen.

Auch wenn einige Plätze im Großen Saal der Kongresshalle leer blieben, so waren auch diesmal Freunde des Musicals aus Gießen, Umland und sogar aus dem Nachbarland Thüringen gekommen, um für einige Stunden dem Alltag zu entfliehen. Das diesmal aus vier Frauen und drei Männern bestehende Ensemble konnte zwar noch nicht mit Melodien aus einem noch zu schreibenden Beethoven-Musical aufwarten, bot aber eine Fülle von eingängigen Melodien, die auf allen Musicalbühnen der Welt Triumphe feierten.

Bunt wie die Welt sind auch die Themen der Musicals, die natürlich ebenso wenig wie die Operetten, das Thema "Liebe" aussparen können. Ganz ohne das reizvolle Wechselspiel zwischen Frau und Mann konnte es also auch an diesem Abend nicht gehen. Wunderschöne Duette, Klagen aus Liebesleid und Sehnsucht und neuer Schwung und Lebenssinn durch erwiderte Gefühle boten etwa "Liebe sie öffnet Türen" aus "Frozen", "Mehr will ich nicht von dir" aus "Das Phantom der Oper" oder aus dem gleichen Werk "Liebe stirbt nie". Aber es erklangen auch Songs aus größeren Blocks im Programm wie "You are the one that I want" (Grease), "Be my little Baby" (Dirty Dancing) oder "How deep is your love" (Saturday night fever). Jedes Musical ist ein Produkt seiner Zeit. Und auch die dunklen Seiten des Lebens werden nicht außen vor gelassen werden, wofür die ergreifenden Lieder "Warum Gott" aus "Miss Saigon" und "Nur für mich" aus "Les Miserables" standen.

Ohnehin liegt voll daneben, wer Musicals in die Schublade seichter Heile-Welt-Musik einordnen möchte. Selbst ein Disney-Programmteil mit Grüßen vom König der Löwen, Arielle, Anastasia und Aladdin spricht nicht dafür. Hier ist auch Platz für Frankenstein (Young Frankenstein) samt Szenenapplaus, Draculas "Totale Finsternis" (Tanz der Vampire), aber auch für den "Little shop of horrors" und die "Rocky Horror Show". Und wer hätte in diesem Rahmen eine Hommage an "Queen erwartet? Grandios! Kultfilmen wie "Grease", "Mamma mia", "Pretty Woman", "Dirty Dancing" oder "Saturday Night Fever" sind auch zahllose Hits zu verdanken, die das Ensemble und Publikum mitrissen. Beeindruckend auch das mit modernster Technik geschaffene digitale "Bühnenbild".

Der enthusiastische Beifall der Besucher galt dem international besetzten Ensemble um die Österreicherin Sabine Neibersch und US-Amerikaner Kevin Weatherspoon, die von Anfang an dabei sind, Marilyne Bäjen, dem Niederländer Jeffrey Italiaander, der in Sibirien geborenen Venora Jakupov, der Niederländerin Lara Grünfeld und dem in Schottland geborenen Mark John Forbes. Sie boten sowohl mimisch, tänzerisch und nicht zuletzt gesanglich alles, was Akteure im Musicalbereich beherrschen müssen.

Eine Zugabe gab es aus dem noch in diesem Jahr auch auf deutschen Bühnen erwarteten Musical "Priscilla - Königin der Wüste". Ein Abend, der Künstlern und Publikum gleichermaßen Freude machte.

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