An Händen und Füßen gefesselt ist einer der Hauptangeklagten, den Polizisten in die zu einem Gerichtssaal umfunktionierte Kongresshalle bringen. 	FOTO: BORIS ROESSLER/DPA
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An Händen und Füßen gefesselt ist einer der Hauptangeklagten, den Polizisten in die zu einem Gerichtssaal umfunktionierte Kongresshalle bringen. FOTO: BORIS ROESSLER/DPA

Prozess läuft noch mindestens bis Ende April

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Gießen (dpa). Im Prozess um den Drogen-Onlineshop »Chemical Revolution« ist vor dem Landgericht Gießen noch kein Ende in Sicht. Als mutmaßlicher Chef gilt ein Mann aus dem Landkreis München. Derzeit seien 18 weitere Verhandlungstage bis Ende April geplant, teilte eine Sprecherin mit. »Wobei durchaus nicht sicher ist, dass diese ausreichen werden, auch wegen der bekannten Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie«.

Der Prozess gegen sieben Angeklagte läuft seit bald einem halben Jahr. Mittlerweile wurde laut Gericht eine zweistellige Zahl von Zeugen vernommen. Die Angeklagten sollen in unterschiedlichen Rollen den Shop im Internet sowie im anonymen Darknet betrieben oder Tätigkeiten dafür übernommen haben.

Der Prozess in Gießen dreht sich nur um einen kleinen Teil der Vorwürfe und auch noch nicht um alle mutmaßlichen Beteiligten der internationalen Gruppierung. Gegen diese soll auch angesichts des umfangreichen Verfahrens später verhandelt werden. Insgesamt gibt es laut Anklage elf Angeklagte.

Für den Online-Shop sollen kiloweise Drogen aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht worden sein. Das Rauschgift wurde dann laut Ermittlern an verschiedenen Orten bundesweit gebunkert, verpackt und an die Kunden verschickt. Bei der Zerschlagung der Plattform 2019 galt diese als deutschlandweit größte ihrer Art.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt geht in ihrer Anklage von insgesamt 320 Taten aus, begangen zwischen September 2017 und Februar 2019. Die Shop-Betreiber sollen etwa eine Million Euro in Form der Kryptowährung Bitcoin eingenommen haben. Tatorte waren demnach unter anderem in Hessen, Niedersachsen und Hamburg.

Ein Tatort soll Ortenberg im Wetteraukreis gewesen sein, der im Zuständigkeitsbereich des Landgerichts Gießen liegt. Die Richter verhandeln wegen der Corona-Abstandsregeln in einem großen Saal in der Gießener Kongresshalle sowie in einem externen Gerichtssaal in einer Leichtbauhalle.

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