Mitglieder der Bürgerinitiative Lützellinden machen sich mit Transparenten gegen die Ausweitung des Industriegebiets stark. FOTO: RC
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Mitglieder der Bürgerinitiative Lützellinden machen sich mit Transparenten gegen die Ausweitung des Industriegebiets stark. FOTO: RC

Protest erneuert

  • vonKlaus-Dieter Jung
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Gießen-Lützellinden(rc). Die Sonne brannte von einem stahlblauen Himmel, und der Boden staubte am Samstag in der Lützellindener Gemarkung. Trotz der Hitze von 35 Grad machten sich gut 50 Mitglieder der Bürgerinitiative Lützellinden auf zu ihrem Acker in der Nähe der Landesstraße nach Hüttenberg. Dort lief der Aktionstag für Bodenschutz in Hessen der Gruppe PRO bäuerliche Landwirtschaft, den sie mit dem Bodenbündnis Bodenschutz in Hessen ausgerufen hatte. Und das nutzte die Bürgerinitiative Lützellinden, um an einem Kartoffel- und Zwiebelacker noch einmal ihren Standpunkt gegen die Ausweitung des Industriegebiets Lützellinden deutlich zu formulieren.

Eine Versammlung sei leider wegen der Corona-Regelungen nicht möglich gewesen, sagte Sprecher Matthias Wollbrück. Und so löste sich die Gruppe - alle Mitglieder trugen Mund- und Nasen-Schutz - nach dem Foto-Termin wieder auf. Die hochsommerlichen Temperaturen unterstrichen die immer wieder vorgebrachten Argumente des Klimaschutzes durch Ackerflächen und hier besonders die Frischluftzufuhr für die Kernstadt Gießen. "Eine Bebauung würde hier im wahrsten Sinne des Wortes einen Riegel vorschieben", sagte Wollbrück.

Trockene Flächen als Sinnbild

Die Trockenheit auf den Ackerflächen war deutlich zu sehen, beim Gang über die Flächen setzte sich Staub auf Schuhe und Bekleidung. Das unterstreiche, wie notwendig gute Ackerböden zum Erhalt der Ernährung sind. Wollbrück: "Auch im Supermarkt gekaufte Produkte müssen zuvor erzeugt werden. Böden sichern unsere Ernährung, Böden sind Wasserspeicher und filtern Verunreinigungen, Böden sind vielfältige Lebensräume, Böden sind CO2-Speicher. Bodenschutz ist Klimaschutz." In Deutschland würden jeden Tag rund 60 Hektar Land für Siedlungs- und Verkehrsfläche verbraucht, obwohl die Bundesregierung in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie ihn bis 2020 auf 30 Hektar senken wollte. Auch Hessen werde den täglichen Verbrauch von 3 auf 2,5 Hektar vermutlich nicht senken können. "Hier kann Gießen, das ja beschlossen hat, bis 2035 CO2-neutral zu sein, als leuchtendes Beispiel vorangehen."

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