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Vladimir Sorokin

Prominente Autoren lesen vor

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Gießen(pm/gl). Der Antrag des Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) zusammen mit weiteren kulturwissenschaftlichen kleinen Fächern an der JLU war erfolgreich. Im Rahmen der "Kleine Fächer-Wochen" erhalten im Januar insgesamt 17 Projekte die Möglichkeit, die an ihrem Hochschulstandort angebotenen Kleinen Fächer mittels unterschiedlicher Maßnahmen und Formate sichtbarer zu machen. An der JLU beteiligen sich das GiZo mit der Osteuropäischen Geschichte, Slavistik und Turkologie sowie die Alte Geschichte, Gräzistik, Islamische Theologie, Klassische Archäologie und Latinistik. Außeruniversitärer Partner ist das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung.

Europa und seine Zukunft

Unter dem Titel "Europa - EinBlick von den Rändern" soll die hohe Relevanz der Kleinen Fächer in der Hochschullandschaft deutlich gemacht werden, besonders in Hinblick auf die aktuelle Diskussion um Europa und seine Zukunft. Die drei Cluster "Übersetzung und Kulturtransfer", "Digitalisierung und Wissenschaftskommunikation" sowie "Forschung und Gesellschaftsrelevanz" bilden die thematische Klammer der Projektwochen vom 20. bis 29. Januar 2020. Es sind unterschiedliche Veranstaltungsformate geplant - Lesungen mit bekannten Schriftstellern, Filmvorführungen, Diskussionsveranstaltungen, Abendvorlesungen, ein Workshop und eine Theateraufführung.

Die Festveranstaltung der Kleinen Fächer-Wochen findet am 22. Januar, 17 Uhr, im Biologischen Hörsaal im Uni-Hauptgebäude statt. Nach einer feierlichen Eröffnung folgt eine Lesung mit Serhij Zhadan ("Die Erfindung des Jazz im Donbass"). Er gehört zu den populärsten Gegenwartsautoren der Ukraine und ist der deutschen Öffentlichkeit bekannt, zumal er als einer der Aktivisten des Maidan auch in der deutschen Presse Widerhall fand.

Auch Vladimir Sorokin, der prominenteste russische Autor der Gegenwart und bekannt für deftige Sex- und Gewaltszenen, wird erwartet. Am 23. Januar, 19 Uhr, wird er im Hermann-Levi-Saal des Rathauses aus seinem neuen Roman "Manaraga" lesen. Der entwirft eine anti-utopische Welt der nahen Zukunft, in der Bücher bloß noch in Archiven und Museen verwahrt werden, während eine Mafia von "Buch-Grillern" Erstausgaben von Klassikern verwendet, um darauf für zahlungskräftige Kunden Fleisch oder Fisch zu grillen.

Kommentierte Herodot-Lesung

Dr. Kristian Novak ist Professor am Institut der Germanistik an der Universität in Rijeka und ein bekannter kroatischer Schriftsteller. In seiner literarischen und wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt er sich mit den Themen Minderheitspositionen, Minderheitssprachen, Dialekte, kulturelle Konflikte und Begegnungen. Er wird am 24. Januar (20 Uhr, Rathaus) einen Vortrag halten und aus seinem Roman "Zigeuner, aber der Schönste" lesen. Im Anschluss folgt ein Publikumsgespräch.

Am 27. Januar (19.30 Uhr, Rathaus) werden auch SWR-Sprecher Rudolf Guckelsberger und der Gießener JLU-Gräzist Peter v. Möllendorff übersetzte Textpartien aus Herodots Geschichtenwerk im Wechsel mit Erklärungen vortragen. FOTOS: DPA, OLDENBURG, ABDELHGANI

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