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Als Gewichtheber beginnen die "Pinsel"-Männer der KFA ihren Tanz. FOTOS: TA

Prima Stimmung im Zirkuszelt

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Gießen-Allendorf(ta). Anderswo mögen die Fassenachter über Nachwuchssorgen klagen. Im Stadtteil Allendorf jedoch kann davon keine Rede sein. Denn das umfangreiche Programm bei der traditionellen Prunksitzung der Karnevalfreunde am Samstagabend in der gut gefüllten Mehrzweckhalle wurde überwiegend von eigenen Mitgliedern im Alter zwischen fünf und über 70 Jahren gestaltet.

"Helau Ihr Narren, Manege frei - für Firlefanz und Zauberei" hatte der Elferrat diesmal als Motto vorgegeben, das mit der Bühnengestaltung und der Saaldekoration liebevoll umgesetzt wurde. Von Tieren und Magie war zwar fast nichts zu sehen, doch konnten sich die Besucher bei den Darbietungen von über 160 Aktiven auch an der bewährten Mischung aus Tanz, Schunkelmusik und Humor erfreuen.

Für Letzteren sorgte vor allem das alljährliche Zwiegespräch von Hans Luh und Wilfried Schneider. Ihr Sketch über ein erstes Date von Frau und Mann lebte davon, dass beim Stichwort "Muschi" nur der Mann an eine Katze dachte. Dieser leicht schlüpfrige Gag wurde genüsslich breit, aber nicht zu breit getreten. Mit Bedauern nahm das Stammpublikum zur Kenntnis, dass sich KFA-Urgestein Hans Luh nach 30 Jahren altersbedingt von der Narrenbühne zurückziehen will.

Das Dorfgeschehen nahm, diesmal mit überwiegend alkoholbeeinflussten Vorkommnissen, wie gewohnt "Deichgraf" Elmar Klee aufs Korn. Den Spott darüber, dass vor einem Jahr die Gießener Allgemeine Zeitung zunächst versehentlich ein zweites Mal den Bericht über die Prunksitzung 2018 veröffentlicht hatte, ließ sich "Pele" natürlich nicht entgehen.

Ein etwas unglückliches Händchen bei der Auswahl ihrer gespielten Witze hatte diesmal die KFA-Gruppe "Stromkasten 64", die mehrere Kalauer mit erwartbaren Pointen präsentierte.

Unter den Tanzgruppen heimsten die "Traumtänzer" aus Burkhardsfelden den meisten Beifall ein. Ihr Showtanz aus dem Zombie-Land mit stolzen 33 Akteuren bot eine gelungene Inszenierung und artistische Elemente. Gleiches galt für das Männerballett "Elefantenfüße" aus Muschenheim.

In dieser Sparte waren auch die Gastgeber stark vertreten mit Garde- und Showtänzen der Girls, der Dancing Divas und der Garde sowie dem Männerballett "Pinsel" und den weiblichen "Kleebach-Büxxen", die sich einer aufwendige Choreografie ausgedacht hatten. Dazu kam die Funkengarde des Heuchelheimer Carneval-Vereins.

Für Stimmung und Schunkelrunden im Saal sorgten der "Männergesangsverein" mit KFA-Aktiven sowie die vierköpfige KFA-Gesangsgruppe "no names". Lange und umjubelte musikalische Auftritte hatten wie üblich die Gruppe "GOW" (Gruppe ohne Weibsleut) aus Krofdorf-Gleiberg und die einheimischen "Aandorfer Domspatzen" am Ende des langen Programms.

Als Zirkusdirektor betätigte sich erstmals Bernhard Lefèvre, der damit die Nachfolge von Jens Krombach antrat. Der neue Sitzungspräsident, dessen Stimme an Entertainer Stefan Raab erinnert, führte mit gereimten Texten souverän und locker durch das Programm. Dabei bewies er auch humorvolle Schlagfertigkeit: Als er etwa die einheimische Grünen-Stadträtin Gerda Weigel-Greilich als Ehrengast begrüßte und diese als Hexe der Bühne zustrebte, erkundigte er sich neugierig: "Ist dieses Kostüm Programm?".

Netto fünf Stunden waren viel des Guten. Für etliche Besucher auch zu viel: Sie zog es nach dem Finale überwiegend nach Hause statt an die "Brennbar" zum Absacker.

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