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Der wiedergewählte Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen, Prof. Matthias Willems, mit seiner Frau Cordula Willems.

Technische Hochschule Mittelhessen

Präsidentenwahl an der THM: Starkes Ergebnis für Willems

  • Daniel Beise
    VonDaniel Beise
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Eine Kampfkandidatur wie 2015 war es nicht. Prof. Matthias Willems trat dieses Jahr alleine zur Wahl des Präsidenten der Technischen Hochschule Mittelhessen an und bekam 29 von insgesamt 32 Stimmen.

Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses war ein »Wow« aus den Reihen der Senatsmitglieder im Saal des ehemaligen Roxy-Kinos zu hören. Prof. Matthias Willems erhielt am Mittwoch bei der Wahl zum Präsidenten der Technischen Hochschule Mittelhessen 29 von 32 Stimmen für eine zweite Amtszeit. Der 57-Jährige wird damit weitere sechs Jahre die Geschicke der Hochschule für Angewandte Wissenschaften leiten. Seine zweite Amtszeit beginnt im April.

Auch 2015 erhielt Willems 29 Stimmen - damals allerdings erst im vierten Wahlgang. Zudem trat er gegen vier Mitbewerber an. Dieses Jahr gab es keine Gegenkandidaten. Vier externe männliche Bewerber wurden im Vorfeld von der Findungskommission abgelehnt, weil sie nicht die Anforderungen für diesen Posten mitbringen würden, die im Hessischen Hochschulgesetz festgeschrieben sind, lautete die Begründung der THM.

Dass Willems nun im ersten Wahlgang bestätigt wurde und nur drei Personen gegen ihn stimmten, kann man - auch ohne Gegenkandidaten - als starken Rückhalt für den wiedergewählten Präsidenten deuten. Willems folgte 2003 dem Ruf an die damalige Fachhochschule Gießen-Friedberg als Professor für Praktische Informatik. Zudem lehrte er Wirtschaftsinformatik am Friedberger Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften und Datenverarbeitung.

2011 wurde die Fachhochschule in Technische Hochschule Mittelhessen umbenannt - und dieses Jahr feiert sie ihr 50-jähriges Bestehen seit der Neugründung. In ihrer Historie kamen Rektoren und Präsidenten stets aus den eigenen Reihen.

In passend hellgrüner Krawatte zog Willems in seiner Bewerbungsrede eine positive Bilanz seiner ersten Amtszeit und unterstrich, dass es nicht das Ergebnis dessen sei, was er geleistet habe - »sondern, was wir erreicht haben«. Auch beispielsweise bei recht banalen Dingen wie der Findung des Hochschul-Mottos »Talente. Technik. Zukunft.«, das sich aus rund 400 Vorschlägen aus der Hochschulgemeinschaft ergeben habe.

Dass die Zahl der Studierenden im vergangenen Wintersemester auf einem Rekordhoch lag, spreche für die anhaltende Qualität des Studienangebots. Willems lobte sich und die THM nicht in den Himmel, betonte dennoch einige Punkte, auf die er stolz ist. So beispielsweise als »bundesweiter Vorreiter« die Eröffnung des Promotionszentrums für Ingenieurwissenschaften.

Ein besonderes Anliegen sei ihm die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Als erste größere hessische Hochschule habe die THM eine psychische Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, die gezeigt habe, dass viele sehr zufrieden seien mit den Arbeitsbedingungen. Gleichwohl habe sie Punkte aufgezeigt, die man verbessern wolle. So wurde kürzlich auch eine Anlaufstelle für interkulturelle Probleme geschaffen. Nicht zuletzt räumte er ein, dass die THM »weiblicher und jünger« werden müsse. Bezüglich der Strategie für die Zukunft stehe die THM vor wesentlichen Herausforderungen: »Wie wird die künftige Lehre aussehen, und wie bleiben wir für junge Menschen attraktiv?«, fragte Willems. Und zweitens die Frage, wie sich die Arbeitswelt an der THM weiterentwickeln wird.

Das Wahlergebnis rührte den Präsidenten: »Das gibt mir Kraft und Mut.« Auch Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) gratulierte Willems umgehend per Pressemitteilung. Unter ihm habe die Hochschule kontinuierlich ihr Profil geschärft. »Als Vorsitzender des Zusammenschlusses ›Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Hessen‹ hat er zudem besonders die Verbindung von Theorie und Praxis im Blick«, unterstrich Dorn.

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