Das Foto zeigt natürlich nur die Übergabe eines kleinen Teils der Postkarten. FOTO: DKL
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Das Foto zeigt natürlich nur die Übergabe eines kleinen Teils der Postkarten. FOTO: DKL

Postkarten für Maria Frieden

  • vonDagmar Klein
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Gießen(dkl). Das KuKo-Projekt macht weiter, Pandemie und Kontaktverbot zum Trotz. Die Kunstkooperation der Uni-Kunstpädagogik mit dem Landgraf-Ludwigs-Gymnasium wurde, wie andere Seminare auch, im Sommersemester auf digitalem Wege fortgeführt.

Gabriele Hüllstrunk, Lehrerin am LLG mit Abordnung für die universitäre Lehre, hat mit interessierten Studierenden das gut angelaufene Angebot zur Kunstpraxis weiterentwickelt zu einem digitalen Didaktik-Seminar. Im Februar waren die von den Studierenden betreuten Schülerinnen und Schüler noch mit einer Kunstausstellung im Foyer des LLG ans Licht der Öffentlichkeit getreten. Das war ein spannender Moment für alle.

Das Besondere an dem KuKo-Angebot: die Teilnahme ist freiwillig und richtet sich an alle Altersgruppen, die Auswahl bei den künstlerischen Medien ist breit gefächert und kann ebenso frei gewählt werden. Beide Seiten profitieren davon, so Hüllstrunk: Die Studierenden lernen ganz praktisch das Unterrichten, die Schüler entdecken ihr künstlerisches Potenzial.

Was im Wintersemester für die Schüler besonders spannend war - der Besuch und die Nutzung von Räumen der Uni und das Malen direkt im Museum -, das musste diesmal aus bekannten Gründen entfallen. Dafür erschlossen sich andere Möglichkeiten, dank der weiterentwickelten Digitalisierung an der Universität.

Die Projektidee lautete: eine digitale Postkartenaktion für das Seniorenheim Maria Frieden umzusetzen. Das pädagogische Ziel war, den Schülerinnen und Schülern während des individuellen Home-Learnings die Teilnahme an einer Gruppenaktivität und kreativer Arbeit zu ermöglichen. Das Seminar fand regelmäßig in digitaler Form statt, außerdem gab es für die unterrichtenden Studis einen regen Austausch über neue Video-Tutorials, berichtet Hüllstrunk.

Aktuell lernen natürlich auch die Dozenten dazu. "Für mich ist es spannend zu sehen, wie Didaktik und relationale Pädagogik funktionieren, und ob diese überhaupt in der bisherigen Form zu retten sind." Bei diesem KuKo-Projekt wurden wieder alle Kunstbereiche angeboten: Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Fotografie, Manga, fantastische Wesen.

Auch mit dem Caritas-Seniorenheim Maria Frieden gibt es seit Längerem eine Kooperation. Bislang hatten die Studierenden direkt mit den Heimbewohnern kreativ gearbeitet. Da persönlicher Kontakt aktuell nicht möglich war, kamen die Beteiligten auf die Idee, "Mutmacher-Postkarten" von den Schülern für die Seniorinnen und Senioren gestalten zu lassen.

Die Postkarten sind fertig, wurden ausgedruckt und laminiert, damit sie den Corona-Vorschriften entsprechend gesäubert und desinfiziert werden können. Die Übergabe an die Leiterin des Sozialdienstes, Britta Nies, hat nun stattgefunden. Sie verteilte die Bilder in den Hausgemeinschaften und ist überwältigt von der Resonanz. "Ganz viele sagten", so Nies, "wie schön, dass wir nicht vergessen sind und noch ein paar Leute an uns denken." Sogar Tränen der Freude gab es. Und Studentin Celine Dietz freut sich sehr, dass die langfristige Aktion so ein schöner Erfolg geworden ist.

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