Aufstellstreifen wie hier am Berliner Platz tragen zur Verkehrssicherheit von Radfahrern bei. FOTO: SCHEPP
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Aufstellstreifen wie hier am Berliner Platz tragen zur Verkehrssicherheit von Radfahrern bei. FOTO: SCHEPP

Unfallstatistik

Polizei meldet weniger Fahrradunfälle in Gießen

  • Kays Al-Khanak
    vonKays Al-Khanak
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Das ist eine gute Nachricht: Die Verkehrsstatistik weist einen Rückgang der Fahradunfälle in Stadt und Landkreis Gießen um neun Prozent aus. Allerdings: Zwischenfälle mit Pedelecs nehmen zu.

Gießen(khn). Im vergangenen Jahr hat es weniger Verkehrsunfälle mit Fahrradfahrern gegeben. Dies geht aus der Unfallstatistik der Polizei Mittelhessen hervor. Demnach gab es im Jahr 2019 477 Unfälle mit Radfahrern in Stadt und Landkreis Gießen - ein Rückgang von neun Prozent. Die gute Nachricht: Kein Radfahrer kam dabei ums Leben.

Laut Unfallstatistik der Polizei wurden im vergangenen Jahr 81 Radfahrer schwer und 289 leicht verletzt. 2018 waren noch drei Radfahrer bei Unfällen ums Leben gekommen, während 81 Personen schwer und 331 Personen leicht verletzt wurden.

Leicht gestiegen sind hingegen die Unfälle mit Pedelecs. Diese Fahrräder können bis zu 25 km/h fahren und gelten im Gegensatz zu E-Bikes als nicht zulassungspflichtig. Die Zahl der Unfälle mit Pedelecs bewegt sich nach Angaben der Polizei noch immer in einem niedrigen Bereich. 2018 gab es in diesem Zusammenhang 46 Verkehrsunfälle. 2019 kam es zu einem Anstieg von 60 auf 69 Prozent. 17 Personen - vier mehr als im vergangenen Jahr - wurden dabei schwer verletzt; bei den Leichtverletzten kam es zu einem Anstieg auf 42 (15 mehr als 2019).

Zum Rückgang von Verkehrsunfällen mit Radfahrern beigetragen hätten auch die Kontrollen der Polizei, sagt Behördensprecher Jörg Reinemer. Diese Kontrollen hätten größtenteils einen präventiven Charakter und fänden statt, um die Sicherheit der Radfahrer zu thematisieren.

Risiko steigt

Die Zunahme von Unfällen mit Pedelecs erklärt Reinemer mit ihrer zunehmenden Beliebtheit. Je mehr dieses Verkehrsmittels im öffentlichen Verkehrsraum zu sehen sei, umso mehr steige dann auch "das Risiko von Konfliktsituationen". Hierbei wäre der mögliche Umstieg vom klassischen Fahrrad auf ein Pedelec als ein weiterer Erklärungsansatz zu den rückläufigen Zahlen der Fahrradunfälle zu nennen.

Die Stadt Gießen hat gerade angefangen, systematisch die Situation für Radfahrer zu verbessern: Ampeln schalten für Radfahrer früher auf Grün als für die motorisierten Verkehrsteilnehmer. Es werden Fahrradstraßen und Vorbeifahrstreifen ausgewiesen. Hinzu kommen vorgezogene Haltlinien und Stellstreifen für Radfahrer. Stadtsprecherin Claudia Boje betont, diese Verbesserungen hätten "noch keine statistische Auswirkung auf das Unfallgeschehen 2019"

Die Stadt will nun weitere Lückenschlüsse im Radwegenetz vornehmen. Außerdem sollen verstärkt Falschparker auf Radwegen und die Geschwindigkeit im Straßenverkehr kontrolliert werden.

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