Frank-Tilo Becher
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Frank-Tilo Becher

Plötzlich Allzweckwaffe

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Gießen (mö). Plakate kleben, Senioren zum Wahllokal fahren und sich vom Ortsverein jahrelang an die Spitze der Partei kämpfen: Die sogenannte Ochsentour wird oft der altehrwürdigen SPD zugeschrieben. Der designierte Oberbürgermeister-Kandidat Frank-Tilo Becher verkörpert das Gegenteil. Erst 2017 trat der frühere Nordstadt-Pfarrer und Dekan der evangelischen Kirche in Gießen der SPD bei.

Sein angeblich vom damaligen Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel forcierter Parteieintritt war die Voraussetzung dafür, als Nachfolger für den langjährigen Landtagsabgeordneten Gerhard Merz bei der Landtagswahl im Gießener Wahlkreis für die SPD antreten zu können. Der Seiteneinstieg mit Aussicht auf ein Landtagsmandat wurde in der Partei auch kritisch kommentiert. Stimmen, die verstummten, nachdem Becher bei der Landtagswahl im Oktober 2018 das Direktmandat auf Anhieb verteidigen konnte. Im Gießener Stadtgebiet hatte er mit gut 25 Prozent die Nase knapp vorne. Seit genau einem Jahr führt er zudem den SPD-Unterbezirk und tritt bei der Kommunalwahl auf Platz zwei für den Kreistag an.

Der 57-jährige Becher wuchs in Hainstadt bei Offenbach auf. Er studierte evangelische Theologie an den Universitäten in Frankfurt am Main und Hamburg. Nach dem Studienabschluss war er als Vikar in Wiesbaden tätig. Für ein Jahr wechselte er nach New York zum Lutherischen Weltbund. Er war seit 1994 Pfarrer in der Paulusgemeinde und seit 2002 Dekan in Gießen.

Frank-Tilo Becher ist verheiratet mit Pfarrerin Jutta Becher und hat drei erwachsene Kinder.

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