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Es wartet noch ganz schön viel Arbeit auf Helmut Rühl und Wolfgang Bellof (r) und die anderen Helfer, damit das Heimatmuseum noch in diesem Jahr sein neues Archiv im Dachgeschoss eröffnen kann.

Platz für das Wiesecker Archiv

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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Im Heimatmuseum Wieseck bauen Vereinsmitglieder die Fläche unter dem Dach aus, um Platz für das Archiv des Heimatvereins zu schaffen. Noch in diesem Jahr sollen die Räume am Saalbau Schepers in der Philosophenstraße bezogen werden. Doch bis dahin ist noch viel zu tun.

Es ist brütend heiß an diesem Nachmittag unter dem Schrägdach der früheren Gastwirtschaft am Saalbau Schepers in Wieseck. Doch Wolfgang Bellof und Helmut Rühl geben alles, damit dort für das Archiv des Heimatvereins mehr Platz geschaffen wird. Unterstützt von Handwerkskundigen aus Wieseck, finanziell ermöglicht durch einen Zuschuss der Stadt aus deren Etat für museale und Vereinszwecke und mit jeder Menge Eigeninitiative nimmt das Projekt stetig Form an. 14 000 Euro wurden bereits für den Einbau von Trennwänden, die Dämmung des Dachs oder die Verlegung von Heizungs- und Abluftrohren verbraucht. Auch Leitungen für die in jeden Raum einzubauende Klimaanlage liegen bereits parat.

Mit 18 000 Euro ist das gesamte Unterfangen veranschlagt. Spenden werden dafür mit Dank entgegengenommen - »und mit Spendenbescheinung, wir sind ja gemeinnützig«, ergänzt Wolfgang Bellof.

Der emsige Vorsitzende erläutert beim gemeinsamen Rundgang mit Helmut Rühl durch die Räume, in die man über eine enge Stiege ins Dachgeschoss über der früheren Wohnung der Wirtsleute gelangt, was genau geplant ist.

So soll von einem kleinen Zugangsbereich aus erreichbar ein kleiner Dunkkelraum entstehen, in dem die lichtempfindlichen Exponate des Heimatvereins gelagert werden können. Außerdem gelangt man in einen zweiten Raum, in dem in den noch einzubauenden Regalen das eigentliche Archiv untergebracht sein wird.

Direkt nebenan soll in einem weiteren Raum ein Tisch mit einem Computer Platz zum Arbeiten bieten. Ein Buchscanner wird hier ebenso stehen und im zweiten Archivraum können auch sperrige Dokumente und Exponate wie etwa die historischen Fahnen der Wiesecker Vereinigungen gelagert werden.

70 Quadratmeter mit Option auf mehr

Die insgesamt knapp 70 Quadratmeter umfassenden Räume, die aktuell ausgebaut werden, befinden sich alle über dem Vorderhaus des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes aus dem Jahr 1900. Doch es gibt eben auch noch den 1930 errichteten Saalanbau Schepers im hinteren Teil, dessen Speicher bislang noch nicht ausgebaut ist. Aber auch der könnte vom Heimatverein nach entsprechendem Umbau als Erweiterungsfläche genutzt werden - doch das ist noch Zukunftsmusik.

Allein Wolfgang Bellof und Helmut Rühl haben bereits knapp 600 Arbeitsstunden in den Ausbau des Dachgeschosses gesteckt. Weitere Arbeitszeit fällt noch an, wenn demnächst die im Gießener Stadtarchiv gelagerten 250 Kartons mit Dokumenten der ehemaligen Wiesecker Bürgermeisterei gesichtet und eingescannt werden, damit auch diese Zeitzeugnisse Eingang in das Wiesecker Archiv finden können. Bei der gesamten laufenden Inventarisierung seines Bestands, immerhin insgesamt rund 2000 Exponate, aus denen in schöner Regelmäßigkeit auch kleine, aber feine Ausstellungen zu unterschiedlichsten Themen bestückt werden, kann das Wiesecker Heimatmuseum mit einer speziellen Software auf technisches Know-how aus dem Oberhessischen Museum zurückgreifen.

Den Männern und Frauen vom Heimatverein Wieseck wird also auch in den kommenden Monaten die Arbeit nicht ausgehen. Und auch die Arbeit am nächsten Jahreskalender wurde bereits aufgenommen. Diesmal sollen sich alle Motive um die Wälder in und um Wieseck drehen.

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