Uni plant "Hybrid-Formate" für Monate

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Gießen(kw). Die Justus-Liebig-Universität stellt sich darauf ein, dass sie "bis weit ins nächste Jahr hinein" besondere Abstands- und Hygieneregeln einhalten muss. Sowohl der Akademische Festakt Ende November als auch die Ringvorlesung im Wintersemester sollten als "Hybrid-Formate" organisiert werden mit Redner plus 60 Besuchern in der Aula und einem Livestream für alle anderen. Das sagte JLU-Präsiden Prof. Joybrato Mukherjee am Mittwoch im Senat.

Angesichts der begrenzten Raumkapazitäten blieben Präsenzveranstaltungen im Großbetrieb Uni schwierig. Nur 15 Prozent der Sitzplätze könnten genutzt werden. In der Lehre sei eine Mischung aus persönlicher Begegnung und digitalen Angeboten in Vorbereitung. Insbesondere gelte es, die Anfänger "angemessen willkommen zu heißen, das heißt hoffentlich nicht nur digital", so Mukherjee.

Dank fürs ständige "Klinkenputzen"

Auf das Corona-Sommersemester "können wir zufrieden zurückblicken", ergänzte Vizepräsidentin Prof. Verena Dolle. Mit der Umstellung auf Fern-Lehre "mussten wir neu denken"; das sei gelungen, wenn auch mit etwas "Knirschen".

Das belege die Pandemie-Befragung unter 2500 Studierenden mit hoher Beteiligung und ausführlichen Antworten auf offene Fragen. Sehr viele Teilnehmer äußerten Anerkennung für das Engagement der Lehrenden. Ob sie digitale oder Präsenzveranstaltungen vorziehen, sei sehr unterschiedlich und abhängig von der persönlichen Situation.

Bei Online-Formaten wünschen sich die Studierenden vor allem "Interaktion", etwa direkte individuelle Rückfragemöglichkeiten, außerdem Hinweise zur Selbstorganisation. Etliche bemängeln die Vielfalt der technischen Systeme, die in der digitalen Lehre eingesetzt werden. Allerdings habe es auch Vorteile, nicht auf einen einzigen Anbieter angewiesen zu sein, unterstrich Dolle. Die Anregungen der Studierenden würden detailliert bearbeitet und gingen in die Weiterentwicklung ein.

Mukherjee machte darauf aufmerksam, dass auf begründeten Antrag nun auch ausländische Gastwissenschaftler und Studierende aus Risikogebieten einreisen können.

AStA-Vertreter im Senat kritisierten, dass keine Studierende im Corona-Krisenstab sitzen. Auch im Krisenstab zum Cyberangriff auf die Uni im Dezember seien sie nicht vertreten gewesen. Mukherjee sicherte zu, die Besetzung des Corona-Stabs zu prüfen. Er sehe "keine fundamentalen Bedenken" gegen die Beteiligung Studierender, zumal kein Ende der Krise abzusehen sei.

Stellvertretend für alle dankte der Präsident drei Gruppierungen für die bisherige Bewältigung der Corona-Herausforderung: Den Studienkoordinatoren in den Dekanaten, den Prüflingen sowie den Reinigungskräften. Letztere seien wortwörtlich ständig am "Klinkenputzen".

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