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Klaus Pechan von der THM (Mitte) und Schüler der Junior-Ingenieur-Akademie der Ostschule tüfteln weiter an ihrem selbstgebauten Roboter.

Piepsen und Blinken

  • VonKim Luisa Engel
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Gießen (keh). Es piepst und blinkt in der Mediothek der Gesamtschule Gießen-Ost (GGO). Denn die Schüler der dritten Junior-Ingenieur-Akademie (JIA) stellen dort ihre selbstgebauten Roboter vor. Gleichzeitig verleiht Leiter Andreas Gehring seinen Schützlingen Urkunden für das erfolgreiche Bestehen des Kurses. Zur 9. Klasse hin können sich naturwissenschaftlich interessierte Schüler der GGO für die JIA einschreiben.

Der zwei Jahre dauernde Wahlpflicht-Kurs ist dabei in vier Semester unterteilt. Das erste Viertel des Unterrichts hat mit Biotechnologie jedoch einen anderen Schwerpunkt als die übrigen drei, die ingenieurwissenschaftlich angelegt sind. Dort lernen die Schüler im Fach Bauzeichnen und Robotik I und II wichtige Tricks und Kniffe für das Endergebnis: ihren eigenen Roboter. Auch ein Lötkurs darf da nicht fehlen, müssen doch Platinen verbunden werden, damit die kleinen Maschinen zum Leben erwachen.

Unter normalen Umständen hat die JIA sowohl einen Partner für Wissenschaft, die JLU und die THM, sowie mehrere Wirtschafts-Partner. In der Vergangenheit wurden zum Beispiel an der Theodor-Litt-Schule in Gießen Platten geschnitten, auch die Firma Schunk aus Heuchelheim half tatkräftig mit. »Mit den Projekt-Partnern war es durch die Corona-Pandemie schwierig«, sagt Gehring. Einige Besuche hätten nicht stattfinden können, dafür hätten die Universitäten den Schülern mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Allen voran Klaus Pechan von der THM. Er feilte auch kurz vor der Urkunden-Verleihung noch an der Lärmampel einer Schüler-Gruppe, half ihnen beim Programmieren. Es wird eines der letzten Male gewesen sein, denn Gehring verabschiedete den Diplom-Ingenieur. Künftig wird er die JIA nur noch aus dem Hintergrund unterstützen. Zum Abschluss gab Pechan den Schülern noch folgenden Rat mit auf den Weg: »Behaltet eure Neugier und euren Spieltrieb - denn Beruf kommt von Berufung.«

Zielscheibe mit Tönen

Den Schülern der JIA-Abschlussklasse 2020/21 hat Pechan bewusst kein festes Ziel vorgegeben. So konnten sie eigene Probleme sehen und entsprechende Lösungen suchen. Christoph Röhrich und Frederik Schultheiss zum Beispiel bauten einen Roboter, der einer Zielscheibe ähnelt. »Wenn man eine bestimmte Farbe mit einem Ball trifft, blinkt die entsprechende LED auf und ein Ton erklingt«, erklärte Frederik.

Während der Pandemie lief die JIA per Videokonferenz weiter. »Natürlich war das nicht so effektiv wie Präsenzunterricht«, sagt Gehring. »Alles hat ein bisschen länger gedauert«. Christoph und Frederik würden den Kurs jedoch jederzeit wieder wählen. »Das eigene Interesse wurde angeregt«, meint Frederik. Christoph hatte beim Programmieren zu Hause ein Erfolgserlebnis, er möchte dem technischen Bereich auch in Zukunft treu bleiben.

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