Zum Kaffeetrinken dürfen Reisende im Zug den Mundschutz abnehmen. FOTO: MAC
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Zum Kaffeetrinken dürfen Reisende im Zug den Mundschutz abnehmen. FOTO: MAC

Picknick im Zug

  • Marc Schäfer
    vonMarc Schäfer
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Eigentlich fahre ich gerne mit dem Zug, viel lieber als mit dem Auto. Vor allem, wenn wir mit Freunden verreisen. Meist hat jemand ein Baguette dabei, etwas Käse oder ein paar Oliven. Mindestens jedoch ein Fläschchen Sekt. Unterwegs gibt es dann Picknick.

In Corona-Zeiten fallen Zugfahrten oft ein wenig freudloser aus. Das drohte auch an Pfingsten, als es für uns ins Rheingau ging. Oestrich-Winkel, Schloss Johannisberg und Schloss Vollrads hatten wir für eine kleine Weinwanderung als (Etappen-)Ziele auserkoren.

Die Vorfreude auf die Zugfahrt hielt sich diesmal in Grenzen. Wann ist wohl der richtige Moment, den Mundschutz aus der Tasche und auf die Nase zu ziehen? Muss man draußen schnell noch den Kaffeebecher leeren? Wie nah kommen einem die anderen Fahrgäste beim Einsteigen?

Im Zug hat sich die Lage schnell entspannt. Die Wagen waren nur spärlich besetzt. Mindesabstand? Kein Problem. Das Zugpersonal kontrollierte diesmal nicht nur das Ticket, sondern auch den Mundschutz. Nicht alle trugen ihn. Klar. Es folgte eine freundliche Empfehlung oder auch ein ernster Blick. Als der Kontrolleur unsere Sitzreihe erreichte, hellte sich sein Gesicht auf. Er hatte die Flasche Sekt aus einem Rucksack schauen sehen. "Na, da haben Sie aber Glück gehabt. Zum Trinken dürfen Sie den Mundschutz hier nämlich abnehmen", sagt der Mann. Dann ging die Reise los.

Ach. Ich weiß schon, warum ich so gerne mit dem Zug verreise.

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