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Pestalozzischule Gießen: Warum sie nun ihren Namen ändern will

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Die Gießener Pestalozzischule will ihren Namen ändern. Aus gutem Grund, wie die Verantwortlichen meinen. Der Vorschlag sorgt nicht nur für Beifall.

Seit Katja Lepper vor knapp drei Jahren die Leitung der Pestalozzischule übernommen hat, hat sich an der Grundschule vieles geändert. "Wir sind gerade dabei, uns pädagogisch neu zu erfinden", sagt die kommissarische Schulleiterin, die in der kommenden Woche endgültig ernannt wird. Die Rektorin verweist exemplarisch auf die Umwandlung zu einer gebundenen Ganztagsschule sowie auf die verstärkte Kooperation mit anderen Schulen, Kitas und weiteren Einrichtungen. Für ihr Engagement erhält die Pestalozzischule auch von politischer Seite viel Beifall. Geteilter Meinung sind Gießener Politiker allerdings, wenn es um den Namen der Schule geht.

Die Schule soll künftig statt Pestalozzischule den Namen "Grundschule am Schwanenteich" tragen. "Damit wollen wir zum Ausdruck bringen: Wir verändern uns", betont Lepper und ergänzt. "Wir machen das nicht aus Spaß an der Freude." Ihr und der Schulgemeinde sei es wichtig, dass im Namen der Begriff "Grundschule" auftaucht. Schließlich sei man seit sechs Jahren eine reine Grundschule, erinnert sie an die Zeit davor, als die "Pesta" noch einen Haupt- und Realschulzweig hatte und immer wieder in die Negativschlagzeilen geraten war. Dies sei nicht der Grund dafür, dass die Schule sich einen neuen Namen wünscht. Lepper: "Wir haben in den vergangenen zwei Jahre mit dem alten Namen für die Wende gesorgt."

In der Regierungskoalition aus SPD, CDU und Grünen ist das Ansinnen der Grundschule jedoch umstritten. Während Grüne und SPD dem Wunsch der Schule eher wohlwollend gegenüberstehen, gibt es in der CDU Widerstand. "Das Wohl und Wehe der Schule hängt nicht davon ab, wie sie heißt", sagen Markus Schmidt und Christine Wagener als Mitglieder des Schulausschusses. "Was ist mit den vielen Ehemaligen, die auf der Schule waren und denen der Begriff Pestalozzischule viel bedeutet?", fragt Schmidt. Man könne durchaus stolz darauf sein, wenn eine Schule nach Pestalozzi benannt sei, ergänzt Wagener. Denkbar sei schließlich auch "Pestalozzi-Grundschule".

Bei den Grünen stößt der Wunsch nach einer Namensänderung auf Sympathie, erklärt Klaus-Dieter Grothe. Der Fraktionschef ist grundsätzlich dafür, Schulen möglichst viel Autonomie zu geben. Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) sieht den Vorstoß der Schule als Teil eines Gesamtkonzepts. Der Namenswunsch habe sich ergeben "aus einer ganzen Reihe von Initiativen", durch die die Schule neu positioniert werden soll.

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